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Bitcoin: „Die große Masse ist schon da“

Symbolbild.
Symbolbild.(c) imago/ZUMA Press (Jaap Arriens)
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Raiffeisen-Analysten warnen vor hohen Erwartungen an Bitcoin und Co.

Wien. Es ist eine Warnung der anderen Art, die die Raiffeisen-Analysten zu Bitcoin und Co. parat haben. Diesmal geht es nicht um die Gefahren von Hacks und das Fehlen eines Sicherheitsnetzes – obwohl das beim Pressegespräch am Mittwoch in Wien schon auch Thema war. Worum es dem Krypto-Experten Valentin Hofstätter aber vor allem geht: Jenes „blinde Vertrauen“, das manche Privatanleger schon in Kryptowährungen hätten, sei durch nichts zu rechtfertigen.

„Ein Großteil von dem, was hier herumschwirrt, wird in ein paar Jahren nichts mehr wert sein“, sagt Hofstätter über die Fülle an Kryptowährungen. Alleine die Website „coinmarketcap.com“ listet aktuell 1523 solcher Coins. Die Raiffeisenbanken bieten selbst keine Produkte für Bitcoin-Investments an. Bisher gibt es für klassische Anleger überhaupt nur wenige Wege, um an der Manie teilzuhaben.

Aber die Analysten hätten sich des Themas angenommen, um den Bankmitarbeitern helfend zur Seite zu stehen. Denn die werden überrannt. „Anfang Dezember waren alle ganz damisch. Das kann ja nur steigen, haben viele geglaubt. Und die Kunden melden sich beim Bankberater“, sagt Hofstätter, der gerne zugibt, dass auch die Experten sich bei Aktien und Anleihen deutlich wohler fühlen als auf diesem neuen Markt: „Inzwischen wissen wir, dass das Ding auch fallen kann.“

 

„Vieles wird auf Null gehen“

Ist die Blase nach den Höchstständen im Dezember nun geplatzt? Zwischenzeitlich sicher, sagt der Analyst. Er geht nicht davon aus, dass die Rekorde bald wieder erreicht werden. Überhaupt warnt er davor, zu glauben, dass man einfach die 10 größten Coins kaufen könne um an dem Boom teilzuhaben.

„Niemand darf jetzt noch dran glauben, hier bei der Avantgarde zu sein. Die große Masse ist schon da. Ich sage nicht, dass man nicht kurzfristig noch viel Geld verdienen kann. Aber viele der Währungen, die wir heute sehen, werden auf Null gehen.“ (jil)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.03.2018)