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Deutschland/China: "Nobelpreis für Liu"

Liu Xiaobo
(c) AP (Kin Cheung)
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Die deutsche Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller setzt sich dafür ein, dass der inhaftierte chinesische Menschenrechtler Liu Xiaobo den Friedensnobelpreis erhält.

HAMBURG (ag.). Die deutsche Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller setzt sich dafür ein, dass der inhaftierte chinesische Menschenrechtler Liu Xiaobo den Friedensnobelpreis erhält: „Liu hat auch meiner Ansicht nach den Friedensnobelpreis verdient, weil er trotz aller Drohungen des Regimes in China und der Gefahr für sein Leben unbeirrt für die Freiheit des einzelnen Menschen eintritt“, schrieb Müller jüngst an das Nobelkomitee in Stockholm.

 

Elf Jahre Gefängnis

Ein chinesisches Gericht hat Liu im Dezember zu elf Jahren Haft verurteilt, weil er sich als einer der Initiatoren der „Charta 08“ für die Demokratisierung einsetzt. Seit 2003 ist er Präsident des chinesischen PEN-Clubs unabhängiger Autoren. Für Liu engagiert sich unter anderen auch der frühere tschechische Präsident und Autor Václav Havel; die „Charta 08“ bezieht sich auf die Menschenrechtsgruppe „Charta 77“ in der damaligen Tschechoslowakei; auch namhafte Autoren wie Philip Roth sind an seiner Seite.

Herta Müller, die 1953 in Nitzkydorf in Rumänien geboren wurde und 2009 den Literaturnobelpreis erhielt, sagte über ihre Verbundenheit mit dem chinesischen Dissidenten Liu: „Heimat ist nicht die Sprache, sondern das, was gesprochen wird.“ Sie verwies darauf, dass Liu bereits mehrfach inhaftiert gewesen war. Mit ihm wurden auch andere Unterzeichner der Charta 08 festgenommen.

„Ich weiß, dass ich als Literaturnobelpreisträgerin keinen Kandidaten für den Friedensnobelpreis vorschlagen kann. Aber ich möchte Sie bitten, meine Unterstützung für Liu Xiaobo nach Norwegen weiterzuleiten“, schrieb sie in dem Brief an das Nobelkomitee.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.02.2010)