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Marcel Hirscher: Der Beste seiner Zunft

Ferdinand Hirscher war gerührt, Sohn Marcel nach getaner Arbeit bereits in Feierlaune.
Ferdinand Hirscher war gerührt, Sohn Marcel nach getaner Arbeit bereits in Feierlaune.(c) APA/AFP/JURE MAKOVEC
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Marcel Hirscher ist zum siebenten Mal in Folge Gesamtweltcupsieger, 17 Kugeln thronen in der Kristallwelt des ÖSV-Stars. Just seine Comebacksaison wurde die beste: „Verrückt.“

Kranjska Gora/Wien. Angesichts dieser Saison gehen nicht nur Beobachtern die Superlative für Marcel Hirscher aus. „Es ist nicht zu packen, es ist so schräg. Ich habe das niemals erwartet, aber es ist wahr geworden“, meinte der Salzburger, nachdem er in Kranjska Gora standesgemäß die Entscheidung in diesem Weltcupwinter herbeigeführt hat. Nach dem Riesentorlauf gewann er auch den Slalom und sicherte sich damit zwei Wochen vor dem Saisonfinale in ?re sowohl die kleine Kugel für die Disziplinenwertung als auch die große für den siebenten Gesamtweltcupsieg in Folge, womit er Annemarie Moser-Pröll übertraf. 268 Punkte Vorsprung auf Henrik Kristoffersen genügen, da der Norweger nur noch die beiden Technikrennen in Schweden bestreitet.

„Das ist verrückt. Der Sommer war nicht ohne, vom möglichen Karriereende zur besten Saison“, lautete das erste Resümee des Annabergers. Sieben Monate nach dem Knöchelbruch in der Saisonvorbereitung hat Hirscher zwölf Siege gefeiert, zweimal Olympia-Gold gewonnen und zum dritten Mal in Folge das Kristall-Tripel geschafft. Seine Vormachtstellung in den technischen Disziplinen hat er mit Triumphen in sechs der sieben Riesentorläufe bzw. sieben der zehn Slaloms dieser Saison untermauert. Den Siegrekord in einem Winter, den der Schwede Ingemar Stenmark und Hermann Maier mit jeweils 13 halten, kann der 29-Jährige noch beim Finale knacken.

Bei den Kristallkugeln hält Hirscher nun bei 17 Stück, nur Ingemar Stenmark (19) nennt noch mehr sein Eigen. Einzig die 86 Weltcupsiege des Schweden scheinen für den ÖSV-Star, der selbst bei 57 hält, außer Reichweite. „Die Marke ist brutal, aber wenn ich es wirklich einem zutraue, dann Marcel“, meinte ÖSV-Cheftrainer Andreas Puelacher, dem besonders die Art und Weise, wie sein Schützling heuer aufgetrumpft hatte, imponierte. „Du hast das Gefühl, er hat nie Druck. Du siehst einfach die Freude am Skifahren.“

Macht Hirscher aber weiter?

Olympiasieg, Gesamtweltcup-Rekord, ÖSV-Bestmarkenhalter – die eindrucksvolle Karriere von Marcel Hirscher ist spätestens seit diesem Winter vollkommen. Das führt unweigerlich zur Frage nach Zielen für die Zukunft und der Fortsetzung der Karriere. „Also beim Grillen bin ich nicht unbedingt der Beste. Da habe ich noch Luft nach oben“, scherzte der 29-Jährige und fügte ernsthaft hinzu: „Darüber muss ich mir selbst erst Gedanken machen.“ Dass der leidenschaftliche Motocrossfahrer finanziell ausgesorgt hat und sich durchaus andere Beschäftigungen abseits der Piste finden würde, ist unbestritten. Fest steht auch, dass die Müdigkeit und Sättigung in vergangenen Jahren schon noch größer schienen. Durch die Verletzung entwickelte Hirscher einen besonderen Ehrgeiz, wie er gestand: „Ich habe mich in jedem Lauf, in jeder Kurve pushen müssen. Das war eine neue Situation für mich. Da habe ich mich richtig verbissen und reingeklemmt.“

Dauerrivale Kristoffersen hofft trotz acht zweiten Plätzen hinter Hirscher auf eine Fortsetzung des Duells. „Ich bin wirklich motiviert. Im Moment ist Marcel besser, aber er ist auch fünf Jahre älter als ich.“

Herren-Slalom Kranjska Gora

1. Marcel Hirscher (AUT) 1:49,22 Min.
2. Henrik Kristoffersen (NOR)+1,22 Sek.
3. Ramon Zenhäusern (SUI) +1,61
Weiters: 12. Marc Digruber +2,96, 18. Marco Schwarz +3,16. Ausgeschieden: Michael Matt, Manuel Feller.
Slalomwertung (11 von 12 Rennen): 1. Hirscher 874, 2. Kristoffersen 710, 3. Myhrer (SWE) 460.
Gesamtweltcup (31 von 37 Rennen): 1. Hirscher 1494, 2. Kristoffersen 1205, 3. Svindal (NOR) 716.