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Zumtobel: Die Leuchtkraft lässt nach

Bei Zumtobel wird umgebaut.
Bei Zumtobel wird umgebaut.(c) APA/BARBARA GINDL
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Der Leuchtenkonzern Zumtobel rutscht nach drei Quartalen in die Verlustzone. Gründe sind der Preisdruck und Großbritannien.

Dornbirn/Wien. Ein dritte Gewinnwarnung gab es am gestrigen Dienstag nicht. Was den Absturz der Zumtobel-Aktie – in einem äußerst positiven ATX-Umfeld – zumindest einbremste. Das war aber schon die einzige positive Nachricht, die der Vorarlberger Leuchtenkonzern parat hatte. Denn der Ergebnisrückgang hat sich im Jahresverlauf massiv beschleunigt.

Im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2017/18 lag das Minus unter dem Strich bei 9,3 Mio. Euro, nach zwei Mio. Euro im zweiten Quartal. Mit diesem Abgang hatten auch die Analysten wieder gerechnet. Vor Jahresfrist gab es noch einen Gewinn von 2,2 Mio. Euro.
In den ersten neun Monaten verzeichnete der auf die Beleuchtung von Büros, Fassaden und Straßen spezialisierte Konzern einen Umsatzrückgang von 6,7 Prozent auf 908,1 Mio. Euro. Der Nettoverlust lag bei 1,7 Mio. Euro – nach einem Gewinn von 29,8 Mio. Euro im Vergleichzeitraum 2016/17.

Zu schaffen machen Zumtobel der anhaltende Preiskampf und hohe Kostendruck in der Branche sowie negative Währungseffekte und ein schwächeres Geschäft in Großbritannien, wo etwa ein Fünftel des Umsatzes erwirtschaftet wird.

Für das Gesamtjahr bekräftigte der neue Konzernchef, Alfred Felder, dass er ein um Restrukturierungskosten bereinigtes operatives Ergebnis (Ebit) von 15 bis 25 Mio. Euro erwarte. In den ersten drei Quartalen rutschte das bereinigte Ebit von 62 auf 20,5 Mio. Euro. Der Umsatz werde 2017/18 um etwa acht Prozent schrumpfen.

Felder, der die Konzernführung erst vor Kurzem von dem einst als Sanierer geholten, jetzt hingegen hinauskomplimentierten Ulrich Schumacher übernommen hat, muss jedenfalls die Ärmel kräftig aufkrempeln. Sein Vorteil: Er war bisher Vertriebsvorstand und kennt daher das Unternehmen.

Was mindestens so wichtig ist: Er genießt offenbar auch das Vertrauen von Aufsichtsratspräsident Jörg Zumtobel, was bei Schumacher zuletzt nicht mehr der Fall gewesen sein dürfte. Zumtobel vertritt die Eigentümerfamilie, die noch 30 Prozent hält, und übt nach wie vor auch Einfluss auf das operative Geschäft aus. Das goutieren offenbar nicht alle Führungskräfte. Ende Jänner schieden die zwei Aufsichtsräte Stephan Hutter und Hans-Peter Metzler aus. Finanzvorstand Karin Sonnenmoser geht Ende Juni.

 

Strukturen auf dem Prüfstand

Die erhoffte Erholung in der Beleuchtungsindustrie sei „kurzfristig nicht absehbar“, ließ Zumtobel nun wissen, die allgemeine Entwicklung liege weiter hinter den Erwartungen. Felder hat deshalb bereits ein rigoroses Sanierungsprogramm aufgesetzt: „Hier werden wir klare Maßnahmen und Ziele setzen und in diesem Prozess auch sämtliche Strukturen, Unternehmensabläufe, aber auch Märkte und Produktportfolios ergebnisoffen auf den Prüfstand stellen“, ließ er am Dienstag wissen. Ergebnisse will er im Juni präsentieren. Vorerst werden daraus aber Restrukturierungskosten entstehen. (eid)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.03.2018)