AWD: Datenleck dürfte größer sein als angenommen

(c) AP (Axel Heimken)
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Dem Sender NDR wurden wieder Daten zugespielt. Aus diesen Datensätzen sollen unter anderem Telefonnummern, Berufsbezeichnungen und Einzelheiten zu Versicherungsverträgen von Kunden hervorgehen.

Wien (AFP/hie). Der Finanzdienstleister AWD muss sich mit einem weiteren Fall von Daten auseinandersetzen, die in falsche Hände geraten sind. Laut eines Berichts vom Montag wurden dem Radiosender NDR Info 12.000 Datensätze von Kunden und Mitarbeitern zugespielt. Bereits im Oktober hatte der NDR 27.000 Datensätze erhalten.

Aus den Datensätzen sollen unter anderem Telefonnummern, Berufsbezeichnungen und Einzelheiten zu Versicherungsverträgen von Kunden hervorgehen. Bei mehreren hundert Kunden seien auch die Kontoverbindungen angegeben worden. Unter den Datensätzen befänden sich auch Angaben über ehemalige und noch aktive AWD-Berater.

AWD spricht von alten Daten

„Nach derzeitigen Erkenntnissen hat es keinen Datenschutzverstoß bei AWD gegeben“, räumt dazu der Finanzdienstleister per Aussendung ein. Die Daten stammten aus „Buchauszügen“ und seien auf legalem Weg den Handelsvertretern ausgehändigt worden. Die Daten seien veraltet und kämen aus demselben Pool wie jene aus dem Herbst.

Anleger, die ihr Geld über die Österreich-Tochter des in Hannover ansässigen Konzerns investiert haben, müssen sich laut AWD keine Sorgen machen: „Wir waren weder damals betroffen, noch sind wir es dieses Mal“, so AWD-Österreich-Sprecher Hansjörg Nagelschmidt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.02.2010)

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