Die "Internationale Atomenergie-Agentur" nimmt die iranische Entscheidung, Uran auf 20 Prozent anzureichern, "mit Besorgnis entgegen". Die Agentur ist aber weiter bereit, in der Angelegenheit zu vermitteln.
Die Internationale Atomenergie-Agentur (IAEA) hat am Montag bestätigt, dass sie in einem Schreiben offiziell von Teheran darüber in Kenntnis gesetzt wurde, dass die iranische Atomenergiebehörde plant, in der Atomanlage Natanz "auf unter 20 Prozent angereichertes Uran" zu produzieren. Wie es in einer IAEA-Aussendung weiter heißt, hat "IAEA-Generaldirektor Yukiya Amano diese Entscheidung mit Besorgnis zur Kenntnis genommen".
Die Entscheidung könnte insbesondere die laufenden internationalen Bemühungen beeinträchtigen, die Verfügbarkeit nuklearen Brennstoffs für den Teheraner Forschungsreaktor sicherzustellen. Amano bekräftigte in diesem Zusammenhang die Bereitschaft der IAEA, weiterhin eine Vermittlerrolle in der Frage des iranischen Forschungsreaktors zu spielen.
Der Iran hatte am Montag seine Pläne zur Produktion hoch angereicherten Urans offiziell bei der IAEA in Wien angemeldet. Mit der geplanten Anreicherung von Uran auf 20 Prozent käme der Iran dem Bau von Atomsprengköpfen einen großen Schritt näher. Für den Bau eines Atomsprengsatzes muss Uran auf rund 90 Prozent und mehr angereichert werden.
Das angereicherte Uran soll dazu verwendet werden, in einem Forschungsreaktor Radioisotope für die medizinische Behandlung von Krebspatienten herzustellen. Präsident Mahmoud Ahmadinejad hatte dieses Vorhaben bereits am Sonntag angekündigt. Noch kurz zuvor hatte sein Außenminister Manouchehr Mottaki erklärt, der Iran sei bereit, das Uran im Ausland aufarbeiten zu lassen. Teheran knüpfte dieses Zugeständnis aber an Bedingungen, die von den USA und weiteren westlichen Verhandlungspartnern abgelehnt wurden.
(APA)