Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Schnellauswahl

Ex-Präsidentschaftskandidat in Sri Lanka verhaftet

Sarath Fonseka
(c) AP (Chamila Karunarathne)
  • Drucken

Sarath Fonseka, ehemaliger Armeechef und unterlegener Präsidentschaftskandidat in Sri Lanke, wurde verhaftet. Ihm werden verschiedene militärische Vergehen vorgeworfen.

Wien/Colombo (APA/dpa/red.). In Sri Lanka ist am gestrigen Montag der ehemalige Armeechef Sarath Fonseka festgenommen worden. Fonseka war bei den Präsidentenwahlen vor zwei Wochen Präsident Mahinda Rajapaska, der im Amt bestätigt wurde, unterlegen.
Die Verhaftung sei wegen eines früheren militärischen Vergehens erfolgt, sagte ein Militärsprecher. Einzelheiten wurden nicht mitgeteilt. Offenbar wurde Fonseka von Soldaten aus seinem Büro in der Hauptstadt Colombo abgeführt. „Er wurde vor unseren Augen auf schmachvolle Weise weggeschleppt“, berichtete ein Augenzeuge. Fonsekas Sicherheitskräfte bestätigten den Vorfall.
Fonseka, einst als Rajapaksas Armeechef verantwortlich für die Niederringung der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE), und der Präsident hatten sich im Jänner einen erbitterten Wahlkampf geliefert. Nach dem Wahlsieg Rajapaksas nahm der Druck auf Fonseka zu: Soldaten umstellten das Hotel, in dem der Unterlegene und sein Stab sich aufhielten. Der Truppenaufmarsch sei aus Sicherheitsgründen  erforderlich, erklären Regierungsvertreter damals. Fonseka hatte dem Präsidenten vorgeworfen, die Wahl manipuliert zu haben.

Kriegsverbrechen der Armee?

Hintergrund der Verhaftung könnte auch sein, dass Rajapaksa seinen Ex-Armeechef wegen der Behauptung mundtot machen will, die Armee habe im Bürgerkrieg gegen die militanten Tamilen Kriegsverbrechen begangen. Er, Fonseka, sei zu diesem Zeitpunkt aber nicht mehr für ihr Kommando verantwortlich gewesen sein.
Die srilankesische Armee hat die Befreiungstiger, die über Jahrzehnte für einen eigenen Tamilen-Staat im Norden des Landes kämpfte, im Mai 2009 besiegt. Bei der Offensive kamen nach UNO-Schätzungen rund 7.000 Zivilisten ums Leben.

(Die Presse, Printausgabe, 8. 2. 2010)