Kinderzeitung

Eine 132 Jahre alte Botschaft

Die Flasche und der Brief: Der Finder möge sie zu Forschern nach Hamburg schicken.
Die Flasche und der Brief: Der Finder möge sie zu Forschern nach Hamburg schicken.APA/AFP/KYM ILLMAN

In Australien fand eine Frau eine Flaschenpost, die 1886 von einem Schiff aus in den Indischen Ozean geworfen worden war.

Habt ihr das auch schon gemacht? Einen Zettel mit einer Botschaft drauf, etwa mit Grüßen, einem Witz, einer Zeichnung, und eurer Adresse in eine Flasche gesteckt, zugeschraubt oder mit einem Korken zugestopft, in einen Fluss, einen See oder ins Meer geworfen? Und dann gewartet, ob sich irgendwann irgendjemand meldet, weil er die Flasche irgendwo gefunden hat?

Also, als Kind in Vorarlberg hab ich einige Male so eine Flasche in den Bodensee geschmissen. Man nennt das Flaschenpost, das Wasser übernimmt den Transport, man kann nur schlecht sagen, wohin. Vielleicht würde sie bis nach Deutschland oder in die Schweiz kommen, glaubte ich, die Länder grenzen ja auch an den Bodensee Nun ja. Gemeldet hat sich leider nie jemand.

Dafür hat kürzlich eine Frau in Australien (das ist der Kontinent mit den Kängurus und roten Wüsten, von uns aus gesehen am anderen Ende der Welt) eine ganz besondere Flaschenpost gefunden. Sie lag an einem einsamen Strand in Westaustralien nördlich der Stadt Perth am Indischen Ozean. Darin war ein Zettel, der eine Mitteilung auf Deutsch trug und in einer uralt wirkenden Schrift geschrieben war. Und siehe: Darauf stand das Datum, 12. Juni 1886 – das war vor fast 132 Jahren!

Ein deutsches Schiff hatte, so fand man heraus, die Flasche rund 1000 Kilometer vor Perth „aufgegeben“. Der Finder möge sie, bat der Text, an bestimmte Forscher in Deutschland schicken oder der nächsten deutschen Behörde oder Firma bringen. Letztlich wollte man so ermitteln, wie Meeresströmungen verlaufen und wie schnell sie sind. Man hat das oft gemacht, ja tut es heute noch – nur packt man jetzt einen Funksender in eine Boje, das ist eine schwimmende Kugel aus Plastik, so lässt sich ihr Weg exakt verfolgen.

Soviel man weiß, war bisher keine Flaschenpost länger unterwegs, bis sie gefunden wurde. Jene in Australien wurde aber vermutlich schon nach höchstens einem Jahr angeschwemmt und lag seither im Sand begraben.

Kolumbus hat's auch gemacht. Früher haben Schiffbrüchige versucht, auf diese Weise Hilfe zu holen. Als „unmöglichste“ Flaschenpost gilt eine Weinflasche, die jemand 1993 in den Fluss Sieg in Deutschland geworfen hat. Er mündet in den Rhein, dieser in die Nordsee, die Teil des Atlantiks ist. So tauchte die Flasche 1996 bei einer Stadt nördlich von New York auf – also in Amerika.

Christoph Kolumbus, der Amerika 1492 entdeckt hat, soll bei der Rückfahrt ein Fässchen mit den Reisenotizen ins Meer geworfen haben, mit seinem König in Spanien als Adressaten, zur Sicherheit, falls man versinken würde. Aber Kolumbus ging es wie mir: Seine Flaschenpost kam auch nicht an.

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