Europas größte Immobilien-Fachmesse hat begonnen: Die Mipim 2018.
Cannes, 13. März: Kuschelig ist es im Urlaubsort an der Riviera, und das schon im März. Das hat nicht nur mit den 18 Grad zu tun, die für heute Nachmittag angesagt sind, sondern auch damit, dass man hier generell eng aneinander wohnt. Rund 75.000 Menschen teilen sich im Normalfall 20 Quadratkilometer - in etwa Döblinger Verhältnisse, um einen mondänen Vergleich zu ziehen. Bis Freitag wird noch enger zusammengerückt. Die Mipim, oder klingender, der Marché International des Professionnels de l'immobilier, lässt den Küstenstrich an der Côte d'Azur auf 100.000 Menschen anschwellen, was wiederum der Dichte der Wiener City entspricht.
Profis aus 80 Ländern
Richtig groß ist das Gedränge seit heute früh rund um den zentralen Veranstaltungsplatz, dem Palais des Festivals et des Congrès. Unweit von der Pointe Croisette, Endpunkt der berühmten Seepromenade La Croisette, tummeln sich Immobilienprofis aus 80 Ländern, wo sonst gemütlich Touristen aus aller Welt flanieren.
Das passt so oder so zur urbanen Globalisierung, die im Zentrum der drei Schlüsselfragen der 29. Mipim-Auflage stehen: Was sind die besten Strategien, um die Städte der Zukunft in einem globalisierten Umfeld zu errichten? Wie lauten die neuen Investitionsregeln in einer von Städten dominierten Welt? Wie werden wir 2030 oder 2050 in der Stadt leben?
„Die demografische Herausforderung zwingt uns, Stadtkonzepte neu zu überdenken, neu zu zeichnen“, bringt Mipim Markets Direktor Ronan Vaspart das Motto „Kartografieren der urbanen Welt“ auf den Punkt. Was darunter konkret zu erwarten ist, erläutert bei der Eröffnungskonferenz die als Wunderkind gehandelte 20-jährige US-amerikanische Schriftstellerin Adora Svitak. Unter einer Stadt stellt sie sich in ihren Büchern und Vorträgen lieber einen Organismus als eine Organisation vor: „Eine Stadt muss atmen, sich adaptieren, lebendig sein.“ Drei Kriterien, die Cannes in den nächsten Tagen bestens erfüllen wird.
(Christian Lenoble)