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Heinisch-Hosek will sexistische Werbung verbieten

Symbolbild: Heinisch-Hosek will sexistische Werbung verbieten
(c) AP (MARTIN MEISSNER)

Geht es nach Frauenministerin Heinisch-Hosek, könnte ein Expertinnen-Beirat Werbung künftig auf sexistische Diskriminierung durchleuchten. Man müsse aber differenzieren: "Blanker Busen ist noch kein Sexismus."

SP-Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek möchte Sexismus in der Werbung per Gesetz verbieten. Derzeit kann der Werberat in Österreich zwar sexistische Diskriminierung feststellen, hat jedoch keine Möglichkeit zur Sanktion. In einer gesetzlichen Regelung soll deshalb festgehalten werden, dass sexistische Werbung verboten ist und Strafen drohen, wenn trotzdem damit geworben wird, erklärte die Ministerin in der Wochenzeitung "Die Furche".

Laut Heinisch-Hosek ist ein derartiges Verbot in einigen Ländern im Gleichbehandlungsgesetz geregelt. "Das ist aber zurzeit bei uns nicht mehrheitsfähig. Die ÖVP ist dagegen", stellte Heinisch-Hosek fest. Sie will sich nun einmal "anschauen, wie es anderswo in Europa funktioniert" und bis spätestens Herbst eine Fachtagung abhalten. Vorstellbar wäre ein Expertinnen-Beirat, der die Werbung nach Kriterien beurteilen sollte. Denkbar sei, dass etwa der Werberat mit dieser Plattform verstärkt werde.

"Blanker Busen noch kein Sexismus"

Sexismus sei "leider noch immer salonfähig" und halte sich aufgrund des patriarchalen Systems, so Heinisch-Hosek. Man müsse aber differenzieren. "Ein blanker Busen ist noch kein Sexismus für mich", so die Ministerin. Aber wenn – wie in einer Fenster-Werbung – eine alte Frau beim Fenster hinausgeworfen werde und dafür junge, blonde, vollbusige Frauen kommen, "dann ist das blanker Sexismus für mich."

(APA/Red.)