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Messerattacke auf Familie: "Nichts aus Brunnenmarkt gelernt"

MESSER-ATTACKE IN WIEN
Drogenproblem des Afghanen war offensichtlich, so Hacker.APA/HERBERT PFARRHOFER

Die Ergebnisse der Soko wurden nicht weiter behandelt, kritisiert der Geschäftsführer des Fonds Soziales Wien, Hacker. Justiz und Innenministerium würden schlecht zusammenarbeiten.

Die Messerattacke auf eine Familie in Wien-Leopoldstadt hat an den "Fall Brunnenmarkt" erinnert. Damals wurde eine Sonderkommission gegründet. Deren Empfehlungen wurden "überhaupt nicht" umgesetzt, wie Peter Hacker, Geschäftsführer des Fonds Soziales Wien und Teil der Soko Brunnenmarkt in der Zeitschrift "Falter" sagte. 2016 hatte ein Obdachloser eine 54-Jährige am Ottakringer Brunnenmarkt mit einer Eisenstange erschlagen. Mehrfach hatte die Polizei mit ihm zu tun, allein für die Staatsanwaltschaft war er nicht greifbar, sondern zur Aufenthaltsermittlung ausgeschrieben. Bis zum Tag der Tat war der Obdachlose auf freiem Fuß.

"Entgegen der Ankündigung, die Erkenntnisse (der Soko, Anm.) dem Parlament vorzulegen, ist rein gar nichts passiert", sagte Hacker dem "Falter". Jetzt sei wieder genau das passiert, was man in der Soko festgestellt habe: "Dass die Justiz und das Innenministerium schlecht zusammenarbeiten." Schon bei der ersten Verurteilung des Afghanen, der am Mittwochabend vergangener Woche auf vier Personen eingestochen hat, sei klar gewesen, dass dieser ein Drogenproblem habe.

"So ein Bursche muss eine Therapie bekommen. Und wenn wir finden, dass er keine Therapie braucht, weil er eh kein Asyl bekommen wird, dann müssen wir ihn abschieben", wird Hackl in der Wochenzeitschrift zitiert. "Wir schieben gehörlose Mädchen und brave Lehrlinge ab, aber solche Burschen überlassen wir sich selbst."

(APA)