Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Protest: Studenten mobilisieren im Ausland

Students hold a banner during a protest rally in Bonn
(c) REUTERS (Ina Fassbender)
  • Drucken

Die Jubliämsfeier zum Bologna-Prozess findet ausgerechnet in Wien statt. Protestierende Studenten stehen schon in den Startlöchern und setzt auf internationale Beteiligung.

Seitdem diesem Winter haben studentische Anliegen wieder mehr Gewicht. Der Studentenprotest, obwohl vor Weihnachten verkümmert, erregte viel Aufmerksamkeit und setzte die Politik ordentlich unter Druck. Ein Kritikpunkt der Studenten betraf die Studienpläne nach der Umstellung auf Bachelor und Master, die nun so gut wie abgeschlossen ist. Beklagt wird, dass viele Magisterstudien einfach in das kürzere Bachelorstudium gepresst wurden.

Dass die Bologna-Jubiläumskonferenz in Wien stattfindet, ist für den studentischen Protest ein gefundenes Fressen. Rund um den 11. und 12. März wird es in Wien zahlreiche Aktionen geben, Auftakt ist eine Demonstration am 11. Allerdings verbringen die Wissenschaftsminister der 46 Bologna-Teilnehmer diesen Tag noch am zweiten Veranstaltungsort, nämlich in Budapest. Vom 12. bis 14. März ist dann ein Gegengipfel angekündigt. Und auch Blockaden sind geplant; in welcher Form ist noch unklar, an den Tagen vor der Demo soll es jedenfalls "Blockade-Workshops" an verschiedenen Unis geben, so einer der Organisatoren.

Auch das Wissenschaftsministerium ist nicht glücklich mit der Umsetzung der Bologna-Struktur. Beatrix Karl hat schon angekündigt, dass sie bei den neuen Studienplänen eingreifen will. Während ihr Vorgänger Johannes Hahn die Probleme in der Verantwortung der Unis sah, will die Neo-Ministerin hier Fehlentwicklungen ausbügeln.

Internationale Unterstützung

Die Demo soll am 11. März um 15 Uhr beim Westbahnhof starten. Die Organisatoren hoffen auf rege Beteiligung an den Protesten und haben Unterstützungsaufrufe an verschiedene Organisationen und Gewerkschaften gerichtet. Die Protestbewegung hofft dabei auf internationale Beteiligung, eine eigene Arbeitsgruppe ist mit der Mobilisierung von Aktivisten aus anderen Ländern beschäftigt. Vom 12. bis 14. März gibt es im Alten AKH eine Gegenveranstaltung zum offiziellen Gipfel. Vorträge halten u.a. Christian Felber von Attac oder Autor Robert Misik.

Das vormalige Zentrum der Studentenproteste, das Audimax der Uni Wien, spielt nur namentlich eine Rolle: Unter dem Motto "Auditorium Maximum - Paint it black" startet ein Event mit einer Bühne am Heldenplatz. Der Name Audimax stehe "nur dafür, dass ein möglichst großes Publikum erreicht werden soll." Am Heldenplatz wird stellvertretend "die schlechte Situation im Bildungssektor, die damit verbundene Ökonomisierung von Bildung und anderer Werte und die somit beschränkten Menschenrechte" betrauert.

(ros)