Wiener Börse am Abend: Rally brachte leichtes Plus

Das Schicksal Griechenlands brachte die europäischen Börsen ins Schwanken, letztlich konnte der ATX ein Plus einheimsen. Wienerberger war besonders gut gesucht.

Die Wiener Börse hat die Sitzung am Donnerstag bei durchschnittlichem Volumen mit höheren Notierungen beendet. Der ATX stieg 17,7 Punkte oder 0,72 Prozent auf 2.469,41 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund sechs Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.475 Punkten.

Der EU-Sondergipfel zum weiteren Schicksal Griechenlands ist am frühen Donnerstagnachmittag zu einer Entscheidung gekommen. Die Hellenen haben nicht um finanzielle Hilfe angesucht, sondern zusätzliche Maßnahmen zur Vermeidung des Staatsbankrotts vorgestellt. Somit haben die EU-Staats- und Regierungschefs Athen auch keine finanzielle, sondern politische Unterstützung angeboten.

"Die angekündigten Maßnahmen sind sehr unkonkret", kommentierte ein Händler. Dies habe die Unsicherheit an den Märkten verstärkt und den Euro kräftig unter Druck gebracht. Auch die Wiener Börse geriet kurzfristig ins Schwanken, konnte aber durch einen starken Endspurt doch noch klar in der Gewinnzone schließen.

Einen lupenreinen "Start-Ziel-Sieg" legten die Aktien des Baustoffkonzerns Wienerberger auf das Börsenparkett. Die Titel schlossen nach Vorlage von Zahlen mit einem Plus von 4,59 Prozent bei 12,98 Euro. Die Wirtschaftskrise hat den Ziegelkonzern im Jahr 2009 kräftig unter Druck gebracht.

Beim Umsatz erlitt das Unternehmen einen Rückgang von einem Viertel, das bereinigte operative Betriebsergebnis (Ebit) brach gar um 92 Prozent ein. Für die Analysten der UniCredit sind Ergebnisse und Ausblick im Rahmen der Erwartungen ausgefallen. Für das laufende Jahr rechnet Wienerberger mit deutlichen Ergebnissteigerungen aufgrund von Kosteneinsparungen und einer besseren Auslastung der Fabriken.

Indessen hat der Flughafen Wien die Fluggastzahlen für Jänner vorgelegt. Zu Jahresbeginn ist die Anzahl der Passagiere um 4,1 Prozent auf 1,2 Mio. Reisende im Vergleich zur Vorjahresperiode gestiegen. Die Airport-Aktie schloss um 0,29 Prozent fester bei 34,00 Euro.

Von Analystenseite wurden zwei Kommentare bekannt. Die Wertpapierspezialisten von Goldman Sachs haben die Aktien von Intercell wieder in ihre Bewertung aufgenommen und das Anlagevotum "Buy" bei einem Kursziel von 34 Euro ausgegeben. Indessen hat die Raiffeisen Centrobank ihr Kursziel für die AT&S-Papiere von 7,45 auf 8,70 Euro erhöht und die Kaufempfehlung "Buy" beibehalten. Intercell stiegen um 0,87 Prozent auf 23,21 Euro, während AT&S um 3,26 Prozent auf 6,82 Euro abrutschten.

Ohne klare Richtung tendierten im Verlauf die am Vortag noch stark gestiegenen Bankenwerte. Nach einer Berg- und Talfahrt gingen Erste Group-Aktien schlussendlich ohne Kursveränderung gegenüber dem Vortag bei 26,82 Euro aus dem Handel. Raiffeisen International schlossen um 1,06 Prozent fester bei 38,05 Euro.

Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr MEZ: Dow Jones/New York +0,45 Prozent, DAX/Frankfurt -0,58 Prozent, FTSE/London +0,62 Prozent und CAC-40/Paris -0,37 Prozent.

(APA)

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