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So zukunftsfit sind Österreichs Bezirke

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Ranking. Überraschende Ergebnisse einer Studie: Wels punktet in der Kategorie Lebensqualität, Mödling im Bereich Arbeitsmarkt. Krems aber führt die Gesamtliste an.

Wien. Krems an der Donau ist die „zukunftsfähigste“ Stadt Österreichs. Das geht aus einer aktuellen Studie der Pöchhacker Innovation Consulting GmbH hervor, die dafür 19 Faktoren aus den Bereichen Demografie, Lebensqualität, Arbeitsmarkt sowie Wirtschaft und Innovation berücksichtigt hat. Auf Platz zwei folgt Bludenz vor Eisenstadt, Graz-Umgebung und Salzburg.

Auf den letzten fünf Plätzen landen Gmünd (94), Bruck-Mürzzuschlag (93), Spittal an der Drau (92), Südoststeiermark (91) und Hartberg-Fürstenfeld (90). Wien liegt an 27. Stelle des „Zukunftsrankings 2018“. Entscheidend für das Ranking war nicht nur das aktuelle Niveau der Bezirke in den jeweiligen Bereichen, sondern auch die Entwicklungsdynamik im Mehrjahresvergleich. Würde man nur vom aktuellen Niveau ausgehen, würde die Liste Eisenstadt vor Innsbruck-Stadt und Graz anführen.

 

Geburtenrate und Zuzug

Zu verdanken hat Krems seinen Spitzenplatz vor allem der Kategorie Demografie (Platz eins vor Waidhofen an der Ybbs und Bludenz, Wien auf Platz zehn) mit Faktoren wie der hohen Steigerung der Geburtenrate und dem starken Zuzug junger Erwachsener sowie der Kategorie Lebensqualität mit Indikatoren wie der Verringerung der Kommunalschulden um 780 Euro pro Einwohner und der sehr guten ärztlichen Versorgung. Auch bei Arbeitsmarktdaten steht die 25.000-Einwohner-Stadt ausgezeichnet da und verfügt beispielsweise über eine hohe Arbeitsplatzdichte mit vielen Akademikern. Zudem weist Krems eine hohe Gründungsdynamik auf.

Im Bereich Lebensqualität wird das Ranking von Wels angeführt, gefolgt von Zwettl und Schwaz in Tirol. Wien landete auf dem 45. Rang. Berücksicht wurden hier Indikatoren wie die Anzahl der Straftaten, die kommunale Schuldenlast, die Anzahl der Ärzte pro 1000 Einwohner sowie die Versorgung mit Kindertagesheimen (Kindertagesstätten pro 1000 Einwohner). Für Wels spricht den Studienautoren zufolge die „herausragende Entwicklung in den letzten Jahren“. Die Stadt weise die zweithöchste Verringerung der ohnehin schon niedrigen Kommunalschulden im Zeitraum 2013 bis 2016 auf, konkret gingen die Schulden von 945 Euro pro Einwohner auf 473 Euro pro Einwohner zurück. Darüber hinaus wurde die Kriminalitätsrate um fast elf Prozent gesenkt – was beachtlich ist, schließlich sorgte Wels in jüngerer Vergangenheit wegen Gewalttaten (oft durch Jugendliche) und Bandenkriminalität für Schlagzeilen.

Den Bereich Arbeitsmarkt– mit Faktoren wie etwa dem Anteil der Erwerbstätigen pro Einwohner, der Frauenerwerbs- und Arbeitslosenquote sowie dem Anteil der Akademiker an den Erwerbstätigen – führt Mödling vor Graz-Umgebung und Urfahr-Umgebung an. Mit 38.449 Euro weist der Spitzenreiter das höchste Pro-Kopf-Einkommen auf, was auf die österreichweit beste Entwicklung im Zeitraum zwischen 2013 und 2016 zurückzuführen sei (Steigerung um 2355 Euro). Wien belegt in diesem Ranking im Übrigen nur den Platz 90.

 

Güssing führt bei Innovation

In Sachen Wirtschaft und Innovation belegt Güssing den ersten Rang – vor Graz-Umgebung und Jennersdorf (Wien auf Platz 26). Entscheidende Punkte waren in dieser Kategorie unter anderem der Anteil der Beschäftigten im Hightech-Produktionssektor und bei Informations- und Kommunikationstechnologien. Auch die Anzahl der Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern spielte bei der Bewertung eine Rolle und hievte Güssing auf den Spitzenplatz.

So weist die 7500-Einwohner-Stadt im Burgenland die höchste Gründungsrate aller Bezirke sowie die größte Unternehmensdichte Österreichs auf.

AUF EINEN BLICK

Studie. Anhand von Daten aus den Bereichen Demografie, Arbeitsmarkt, Lebensqualität, Wirtschaft und Innovation ermittelte Pöchhacker Innovation Consulting GmbH die zukunftsfähigsten Bezirke Österreichs. Medienpartner dieses ersten Rankings sind „Die Presse“, „Kleine Zeitung“, „Oberösterreichische Nachrichten“, „Salzburger Nachrichten“ „Tiroler Tageszeitung“ und „Vorarlberger Nachrichten“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.03.2018)