Wieso laufen öffentliche Großprojekte finanziell so oft aus dem Ruder?
Meine Prognose ist: Das Ding wird abgerissen“: Dieses Scherzchen eines Lufthansa-Vorstands über den Berliner „Hauptstadtflughafen“ BER hat in Deutschland enormen Wirbel ausgelöst. Dabei liegt der Spruch nicht so weit daneben: Der Flughafen sollte nach sechsjähriger Bauzeit 2012 eröffnet werden. Jetzt halten wir beim Eröffnungsdatum Oktober 2021. Auch das glaubt natürlich niemand. Die Kosten haben sich unterdessen fast verdreifacht. Nicht einmal den Rauswurf der Mist bauenden Manager schaffen die Deutschen unfallfrei: Ein Vorstand musste mit einer Million abgefertigt werden, weil ihm die „Fristlose“ zu spät zugestellt wurde.
Ein Monument des Scheiterns also. In Internetforen wird schon gewitzelt, dass es wahrscheinlich billiger wäre, statt des Flughafens Berlin abzureißen und in der Nähe eines funktionierenden Airports wieder aufzubauen. Aber BER ist keineswegs das einzige Beispiel deutscher Planungskunst: Wir erinnern uns gern an den Stolz der Hamburger, die Elbphilharmonie, bei der die veranschlagten Kosten um das Elfeinhalbfache überschritten wurden. Oder an die ewige Baustelle Stuttgart 21, eine Art BER auf Schienen.
Dagegen nimmt sich unser Krankenhaus Nord samt seinen energetischen und sonstigen Blödheiten direkt putzig aus. Die Deutschen sind eben auch beim Skandale produzieren effizienter als wir und offenbar auch hier peinlich darauf bedacht, den berühmten Faktor zehn einzuhalten.