Ausfallversicherungen für griechische Anleihen sinken

GREECE ACROPOLIS
GREECE ACROPOLIS(c) EPA (Pantelis Saitas)
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Anleger können sich wieder billiger gegen Ausfallrisiken von griechischen Staatsanleihen versichern. Die Kurse von CDS-Papieren sinken wieder. Auch das Vertrauen in spanische Anleihen steigt wieder.

Die Angst vor einer Staatspleite hat Ausfallversicherungen, sogenannten Credit Default Swaps (CDS), auf griechische Staatsanleihen in den vergangenen Monaten in die Höhe schnellen lassen. Investoren wollen sich mit Hilfe von CDS gegen einen Ausfall griechischen Staatsanleihen absichern. Als "weiterhin volatil" schätzt CDS-Experte Johannes Stattmann von der BAWAG die Entwicklung der griechischer Staatsanleihen-Ausfallversicherungen ein. Solange es keine konkrete Zahlen zu Steuereinnahmen und zur Budgetsanierung Griechenlands gebe, wird keine Beruhigung der Märkte stattfinden, so Stattmann. Frühestens in zwei Monaten könnte es zu einer Entspannung kommen.

Bei einem "Credit Default Swap (CDS)" zahlt ein Sicherungsnehmer regelmäßig Prämien an einen Sicherungsgeber, der das Risiko für bestimmte Kredite dafür übernimmt. Es ähnelt daher einer Kreditversicherung.
Der Vertrag läuft bis der jeweilige Kredit entweder fällig wird oder definitiv nicht mehr getilgt werden kann - in diesem Fall muss der Sicherungsgeber einspringen.
Bei "Portfolio-CDS" wird nicht nur ein, sondern gleich mehrere Kredite (Portfolio) besichert.

3,5 Prozent für die Versicherung

Die fünfjährigen CDS für griechische Anleihen notierten am Freitagvormittag laut der Nachrichtenagentur Bloomberg bei 354,1 Basispunkten auf hohem Niveau. Damit kostet die Versicherung griechischer Schulden in Höhe von einer Million Euro rund 35.410 Euro pro Jahr. In der vergangenen Woche hatten Anleger noch die Rekordsumme von rund 45.000 Euro bezahlen müssen. Hierbei ist zu beachten, dass diese 3,5 bis 4,5 Prozent durch eine entsprechend hohe Verzinsung der Anleihe verdient werden müssen.

Der Kursverlauf der CDS-Papiere auf Staatsanleihen gelten als ein Barometer für das Anlegervertrauen. Nachdem es erste Anzeichen für eine EU-Unterstützung für den Mittelmeerstaat gegeben hatte, sanken die CDS-Papiere auf griechische Anleihen wieder etwas. Anfang März 2008 war die Absicherung von griechischen Papieren mit rund 30 Basispunkten noch äußerst günstig zu haben. Am Höhepunkt der Finanzkrise mussten Gläubiger im März 2009 noch knapp 30.000 Euro pro Jahr bezahlen.

0,85 Prozent in Österreich

Die Versicherung gegen einen Ausfall spanischer Staatsanleihen ist für Investoren deutlich billiger: Am Freitagvormittag notierten die Papiere bei 137,4 Basispunkten. Damit kostet die Versicherung spanischer Schulden in Höhe von einer Million Euro rund 13.740 Euro pro Jahr. Im März 2008 kostete die Versicherung noch 2.000 Euro pro Jahr.

Die Absicherung für österreichische Staatspapiere ist vergleichsweise günstig: Die Versicherung österreichischer Schulden in Höhe von einer Million Euro kostete am Freitag rund 8.500 Euro pro Jahr. Am Höhepunkt der Wirtschaftskrise in Österreich und des hohen Osteuropa-Risikos österreichischen Banken hatten Investoren im März 2009 rund 25.000 Euro pro Jahr bezahlt.

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