Pizzicato

Kasperl, Hydrant, Minister, Kaiser

Da war wieder was los in diesem Kasperltheater. Nein, die Rede ist nicht vom Parlament, in dem am Mittwoch die Budgetrede anstand. Sondern von einem Kasperltheater im Prater, in das ein Mann einbrach.

Leider dürfte der Ganove übersehen haben, dass zu jedem guten Kasperltheater ein Polizist gehört. Der Mann wurde festgenommen und ist seine Beute – unter anderem eine Tube Kunstblut und zwei Hundert-Euro-Spielscheine – wieder los.

Damit hätte der Einbrecher sein Budget eh kaum saniert. Beim Staatshaushalt ist es da einfacher. Momentan könne jeder Hydrant als Finanzminister ein ausgeglichenes Budget schaffen, erklärte Neos-Chef Strolz. Andere meinen ja, ein Hydrant wäre als Innenminister besser aufgehoben, denn dort sei richtig Feuer am Dach.

Jedenfalls muss man Hartwig Löger zugutehalten, dass ein Hydrant vielleicht wie ein Wasserfall geredet, aber nicht so eine gute Budgetansprache gehalten hätte. Löger zitierte sogar Seneca: „Nicht, weil es schwer ist, wagen wir's nicht, sondern weil wir's nicht wagen, ist es schwer.“ Beeindruckend, dass schon Seneca mit österreichischem Einschlag sprach und wusste, dass „wir's“ wagen.

Seneca wiederum – die Älteren erinnern sich vielleicht – war auch Berater des für seine zündenden Ideen bekannten Nero. Der hatte freilich bewusst keinen Hydranten in seinem Kabinett. (aich)

Reaktionen an: philipp.aichinger@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.03.2018)

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