Die Separatisten haben es plötzlich eilig, weil der neue Kandidat, der Hardliner und Puigdemont-Vertraute Jordi Turull, am Freitag in U-Haft wandern könnte.
Nach monatelangem Hin und Her haben es Kataloniens Separatisten plötzlich eilig: Sie wollen heute noch in einer eilig angesetzten Parlamentssitzung einen neuen Regionalpräsidenten wählen.
Die Sitzung werde am späten Nachmittag beginnen, teilte das Parlament in Barcelona im Kurznachrichtendienst Twitter mit. Damit wollen die Separatisten offenbar der Justiz zuvorkommen und den ehemaligen katalanischen Regierungssprecher Jordi Turull ins Amt wählen, bevor dieser eventuell in Haft müsste. Ein Gerichtsentscheid steht an. Dank parlamentarischer Immunität könnte Turull eine Haftstrafe umgehen.
Turull war im Herbst im Zuge des verbotenen Unabhängigkeitsreferendums in Untersuchungshaft genommen, aber nach einem Monat wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Ihm wird - wie vielen anderen katalanischen Politikern - Rebellion vorgeworfen.
Die drei separatistischen Listen JuntsPerCat, ERC und CUP, die bei der Neuwahl in der Krisenregion im Dezember erneut eine Mehrheit der Sitze errungen hatten, versuchen seit Monaten, einen neuen Regionalchef ins Amt zu wählen. Jedoch sitzen die meisten möglichen Kandidaten in Haft oder sind ins Ausland geflohen.