Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Kanadas Beamte dürfen nicht mehr "Monsieur" und "Madame" sagen

Ist das nicht zu konventionell für die eigene Politik? Trudeau und seine Ehefrau 2015 nach dem Wahlsieg.Bloomberg
  • Drucken

"Vater", "Mutter", "Herr" und "Frau": Diese Begriffe sollen die öffentlichen Dienste Kanadas aus ihrem Vokabular streichen. "Madame" und "Monsieur" sind nur noch zulässig, wenn die Bürger vorher nach ihrer Präferenz gefragt werden.

Künftig, berichtet der Radiosender Radio-Canada, sollen Kanadas Bürger in öffentlichen Ämtern nicht mehr mit "Monsieur" oder "Madame" - also mit "Herr" und "Frau" - angeredet werden. Höchstens, wenn sie vorher gefragt werden, was ihnen lieber ist. Einfacher sei es, die Bürger nur mit Vornamen und Nachnamen anzureden, empfiehlt eine schriftliche Anweisung der kanadischen Regierung. Diese sieht die neue Regelung als eine Frage des "Respekts".

Damit, so der Radiobericht, wolle man den Eindruck vermeiden, bestimmte geschlechtliche Varianten zu diskriminieren. Deswegen wird den Beamten auch nahe gelegt, statt "Vater" und "Mutter" nur noch den Begriff Elternteil zu verwenden. Erst vor wenigen Monaten hatte der kanadische Premier Justin Trudeau im Parlament von Kanada scharf die jahrzehntelange berufliche und soziale Diskriminierung von Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen durch den Staat kritisiert. 

Anrede ohne "Herr" und "Frau" klingt unhöflich

 Neue Probleme dürften sich freilich auch durch die neue Sprachregelung ergeben. Denn eine Anrede ohne "Monsieur" oder "Madame" galt bisher als unhöflich - und dürfte wohl auch künftig von vielen so aufgefasst werden. So haben Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes die neue Anrede bereits als "Mangel an Respekt" kritisiert.

Familienminister Jean-Yves Duclos, versicherte daraufhin per Twitter, Monsieur/Madame werde auch künftig in den öffentlichen Ämtern verwendet werden. "Wir überprüfen nur, ob die Menschen so angeredet werden wollen. Das ist eine Frage des Respekts." Er  begrüße es, dass die Verwaltung "die Diversität der kanadischen Bevölkerung und der Familien des 21. Jahrhunderts" anerkenne.

(red.)