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Bawag-Nachfolger: Anadi Bank liebäugelt mit der Post

Anadi-Chef Christoph Raninger zeigt Interesse an einer Post-Partnerschaft.(c) Anadi Bank
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Der Bank sei interessiert, neuer Partner der Post zu werden, sagte Anadi-Bank-Chef Raninger. Post-Chef Pölzl hatte für den Sommer eine Nachfolgelösung für die Bawag angekündigt.

Die Anadi Bank, die frühere Hypo Alpe Adria Österreich, hat 2017 einen Jahresgewinn von 5,2 Mio. Euro erzielt, nach 10,3 Mio. Euro im Jahr davor. Die Auflösung von Heta-Rückstellungen hatte 2016 den Gewinn nach oben gedrückt. Für 2017 soll eine Dividende von 3,5 Mio. Euro ausgeschüttet werden. Anadi-Chef Christoph Raninger zeigt Interesse neuer Partner der Post anstatt der Bawag zu werden.

Details zu den Verhandlungen mit der Österreichischen Post wollte Raninger aber nicht bekanntgeben. Man sei in "grundsätzlichen Gesprächen". Das Ende der langjährigen Partnerschaft zwischen Post und Bawag führt zu einer Filial-Neuaufstellung beider Unternehmen. Zur Zeit gibt es 424 gemeinsame Filialen, in denen Bank und Post ihre Dienste anbieten. Darunter 74 Bawag-eigene sowie 350, die der Post gehören oder wo die Post Hauptmieter ist. Post-Chef Georg Pölzl hatte erst unlängst bekanntgegeben, bis Sommer einen Nachfolger für die Bawag zu präsentieren.

Eine künftige Zusammenarbeit von Post und Anadi Bank wäre durchaus als Überraschung zu werten, da das Institut in Österreich bislang vor allem in Kärnten aktiv – und etwa im Verhältnis zur Bawag wesentlich kleiner ist. So beschäftigte die Anadi Bank im Vorjahr 347 Mitarbeiter.

Die Hypo Alpe-Adria-Bank (HAAB), die Österreich-Tochter der notverstaatlichten Kärntner Hypo Alpe Adria International AG, wurde im Jahr 2013 an den aus Indien stammenden britischen Staatsbürger Sanjeev Kanoria verkauft. Die Anadi Bank will als "smarte Hybridbank" die Vorteile des Online-Banking mit einem schlanken Filialnetz und mobilen Vertriebsteams verbinden. "Der Fokus liegt neben Privatkunden auf KMU im Bereich Handel, Industrie und Immobilien. Die Anadi Bank ist noch immer Hausbank des Landes Kärnten. Durch den Eigentümer mit indischen Wurzeln will die Bank auch österreichische Firmen bei ihren Geschäften in Indien unterstützen. Im Jahr 2017 lag das Geschäftsvolumen der Bank mit Indien-Bezug bei 27 Mio. Euro.

Papierlosen Online-Kredit eingeführt

Die Anadi Bank hat im Jahr 2017 ihr Neugeschäft im Bereich Retail und Corporate Banking kräftig ausgebaut. Die Neugeschäftsabschlüsse wurden von 172 Mio. Euro im Jahr 2016 auf 341 Mio. Euro im Jahr 2017 verdoppelt. Als erste österreichische Bank führte die Anadi Bank nach eigenen Angaben im Jahr 2017 den papierlosen Online-Konsumentenkredit ein, der bis zu einem Volumen von 30.000 Euro innerhalb von 30 Minuten abgewickelt werden kann. Ebenso verdoppelten sich die Online-Kundeneinlagen auf 214 Mio. Euro.

Die Bilanzsumme der Bank lag Ende 2017 bei 2,894 Mrd. Euro. Die harte Kernkapitalquote (CET1) der Anadi Bank stieg im Jahr 2017 auf 16,2 Prozent, nach 15,75 Prozent im Jahr 2016.

(APA)