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Nicolas Mahler: „Das Ziel ist totale Leichtigkeit“

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Bei ihm dreht sich alles ums Weglassen: Comiczeichner Nicolas Mahler ordnet am Schreibtisch die Welt. Die selbst diagnostizierte „Österreich-Neurose“ hat er sich aber noch nicht vom Leib gezeichnet.

Wäre das eine Szene aus einem Mahler-Comic, würde sie wohl so aussehen: Zwei Figuren mit langen Nasen, ein Mann, groß und dünn wie ein Strich, und eine Frau, klein und rund wie ein Kreis, stehen vor einem bis an die Decke reichenden Bücherregal. Den Rest des Raumes muss man ins Weiß des Blattes hineinimaginieren. Ebenso den Anflug von Ratlosigkeit in den Gesichtern. Denn die beiden haben keine. Der Untertitel könnte lauten: Auf der Suche nach Nicolas Mahler.

Wobei: Er steht ja da, der lange, dünne Mann. Und grübelt im frisch bezogenen, ungeheizten Atelier nach Antworten auf die Frage der Journalistin: Worum, Herr Mahler, geht es bei Ihrer Arbeit eigentlich? „Sich selbst zu analysieren ist nicht einfach“, sagt er und blickt sich um: Kisten, Magazinstapel, Kinderspielzeug, in der Mitte ein ziemlich aufgeräumter Schreibtisch. Auf einem Blatt erkennt man eine angefangene Figur in Rosa. Sie gehört zu einem aktuellen Projekt. Mahler montiert Textpassagen alter Herrenmagazine zu illustrierten Gedichten. Daneben das Cover von „Der Fremde!“. Mahlers zeichnerische Literaturadaption von Elfriede Jelinek. Dieses Genre hat ihm – Stichwort: „Alte Meister“ von Thomas Bernhard – breite Bekanntheit verschafft. Die eng beschriebenen Comicbücher der Anfangszeit sind dagegen seltener geworden. „Vielleicht eine Frage des Alters“, sagt er, „das ist mehr Generation Lesebrille.“