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Otto Schenk: „Das Komische ist nicht salonfähig“

Otto Schenk und Lisa Eckhart unterhielten sich in der Wohnung des Künstlers.
Otto Schenk und Lisa Eckhart unterhielten sich in der Wohnung des Künstlers.(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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Die beiden Kabarettisten Lisa Eckhart und Otto Schenk können im Theater nicht lachen. Ihnen selbst ist es auch kein Anliegen, Menschen zum Lachen zu bringen. Vielmehr wundern sie sich, wie und worüber heute gelacht wird.

Humor hat man, Witze macht man, sagt Gustav Peichl. Teilen Sie seine Meinung?

Lisa Eckhart:
Ja, um Witze zu machen bedarf es an sich keines Humors. Man könnte den Witz auch von jemandem generieren lassen, der seinen eigenen Witz nicht einmal versteht. Humor zu haben, lässt sich auch nicht erlernen. Allerdings kann er einem abhanden kommen, das ist so manchen Schriftstellern gelungen.

Beginnt jemand Witze zu erzählen, bedeutet das für mich puren Stress. Ich finde sie fast nie lustig und kann daher nicht lachen.

Otto Schenk:
Einer, der Witze erzählt, muss damit rechnen, dass nicht gelacht wird. Nur einen blöden Witz zu machen, nützt nichts. Da muss man schon blöde Leute finden, die darüber lachen. Und Witze soll man nie machen, sondern sie sollen einem gelingen. Es ist furchtbar, wenn jemand darauf aus ist, witzig zu sein. Ich selbst kann im Theater auch nur sehr schwer lachen. Wenn eine Pointe gelingt, setzt bei mir störend Bewunderung ein. Ich könnte erst lachen, wenn es zu spät ist.

Wollen Sie mit Ihren Kabaretts Leute zum Lachen bringen?

Schenk: Das ist nicht mein Weg. Ich will eine Blamage so schildern oder eine Eigenschaft so übertreiben, dass die Leute etwas kapieren. Ob sie lachen oder nicht, ist mir wurscht. Ich will nichts erwirken, sondern wahrhaftig sein.