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Dunkle Wolken über dem Dorf unter dem Himmel

Heuriger in Grinzing.
Heuriger in Grinzing.(c) Clemens Fabry
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Erinnerungen an eine Kindheit in Grinzing. Ohne Sentimentalität. Und ein Bericht über die Metamorphose eines Wiener Wahrzeichens zwischen Wäldern und Weinbergen. Als Beispiel für die Unvereinbarkeit von dörflichem Idyll, Massentourismus und ästhetischer Chirurgie.

Die Schüler des Gymnasiums Billrothstraße haben sich unverzüglich beim Ausgang einzufinden“, tönte es aus dem Lautsprecher neben dem Bassin. Direktor Sames hatte erfahren, dass sich wieder einmal einige Schulstaglerseines Instituts an den Hängen des Cobenzls, im Krapfenwaldlbad, befanden. Das jähe Ende eines wunderbaren geschenkten Frühsommervormittags. Wie Lemminge laufen die Schüler hinunter Richtung VW-Bus. Vom schadenfroh grinsenden Schulwart werden sie dann zum Lehrkörper gebracht. Auch ich.

Meine Kindheit in Grinzing. 50 Jahre sind inzwischen vergangen. Manchmal nahmen mich damals meine Eltern zum Heurigen mit. Hier wurde Wirtschaftswunder nach Wiener Art geboten: Backhenderln. Faschierte Laberln. G'selchte Züngerln. Gemischter Satz aus dem schmiedeeisernen Weinheber, zur Verdauung ein Nussschnapserl und als Drüberstrahrer ein Glaserl Himbeerbowle. Die Musik zog von Tisch zu Tisch. Es erklangen hübsche Wiener Weisen wie „A Räuscherl is ma liaber als wia a Krankheit oder a Fieber . . . “