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"Krone"-Kolumnist Jeannée muss sich "Sudelfeder" nennen lassen

Jeannée: "Sudelfeder" ja, "Promille-Schreiber" nein.APA/HERBERT PFARRHOFER
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Da Michael Jeannée auch selbst kräftig austeile, müsse er derartiges aushalten, entschied das Wiener Landesgericht. Für den Ausdruck "Promille-Schreiber" muss Wolfgang Fellner jedoch eine Entschädigung bezahlen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

"Krone"-Kolumnist Michael Jeannée muss sich "Sudelfeder" nennen lassen. Das hat am Montag das Wiener Landesgericht für Strafsachen in einem Rechtsstreit entschieden, den der 75-Jährige gegen die Tageszeitung "Österreich" bzw. deren Herausgeber Wolfgang Fellner angestrengt hatte.

Für Richter Stefan Apostol handelte es sich bei dieser Bezeichnung insofern um keine Beleidigung, als Jeannée in verbaler Hinsicht auch kräftig austeile und dementsprechende Reaktionen aushalten müsse. So nannte Jeannée beispielsweise eine ehemalige Dancing Stars-Siegerin "hopsenden Germknödel", das Konkurrenz-Medium "Österreich" wiederum titulierte er als "Krawallblatt". Apostol verwies auch auf eine Reihe von Rügen durch den Presserat, die sich Jeannée im Lauf der Jahre eingefangen hatte.

"Promille-Schreiber": 2.500 Euro für Jeannée

Zu weit ging "Österreich" jedoch mit dem Attribut "Promille-Schreiber", mit dem Jeannée unterstellt wurde, er würde seine Beiträge in alkoholisiertem Zustand verfassen. Dafür gab es nach Ansicht des Richters, der dazu mehrere Zeugen befragte - darunter mit Friedrich Dragon und Michael Kuhn zwei ehemalige Chefredakteure der "Kronen Zeitung" - kein "ausreichendes Tatsachensubstrat". Für die in der Online- und in der Print-Ausgabe erschienene Verunglimpfung, die nach Ansicht des Richters den Tatbestand der üblen Nachrede erfüllte, bekam Jeannée eine Entschädigung von jeweils 2.500 Euro zugesprochen.

Die erstinstanzliche Entscheidung ist nicht rechtskräftig. "Österreich" legte gegen die Verurteilung Rechtsmittel ein, Jeannée nahm den Freispruch hinsichtlich der "Sudelfeder" nicht hin. Damit geht der Rechtsstreit vor dem Wiener Oberlandesgericht (OLG) in die nächste Runde.

 

(APA)