Dieselaffäre: BMW in den USA verklagt

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GERMANY-ENVIRONMENT-POLLUTION-DIESEL-CARSAPA/AFP/dpa/INA FASSBENDER
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Deutschlands Autokonzerne stecken nach wie vor tief im Abgas-Skandal: Dem Auslöser der Misere, VW, drohen nun Klagen aus Großbritannien.

Wenige Tage nach der ersten Razzia der Staatsanwälte in Deutschland gegen BMW in Sachen Dieselbetrug steht dem Münchener Autobauer noch mehr Ärger ins Haus. Im US-Bundesstaat New Jersey reichten die auf Abgasbetrugsfälle spezialisierte Kanzlei Hagens Berman und eine weitere Sozietät eine Sammelklage auf Schadenersatz gegen BMW ein. Indes drohen dem Auslöser des Abgas-Skandals, dem VW-Konzern,  weitere Klagen aus Großbritannien.

Bei den BMW-Modellen X5 und 330d seien die Abgase per Software manipuliert worden, heißt es. BMW habe die Kunden in die Irre geführt. Die Modelle stießen auf der Straße vielfach mehr gesundheitsschädliches Stickoxid aus als in den USA erlaubt. "Die versprochene Leistung, Spritsparsamkeit und Effizienz wurden nur eingehalten, indem die Abgaskontrolle ausgeschaltet oder gedrosselt wurde, sobald die Software registrierte, dass die Fahrzeuge nicht in einer Testumgebung sind", heißt es in der Klageschrift.

Ein BMW-Sprecher in den USA teilte mit, dass sich der Konzern derzeit gründlich mit der Klage befasse, um zu verstehen, was BMW vorgeworfen werde. Prinzipiell gelte aber, dass BMW-Autos nicht manipuliert seien. Die Fahrzeuge stünden mit allen gesetzlichen Vorschriften im Einklang.

Software-Einbau aus "Versehen"

BMW war bis vor Kurzem der einzige deutsche Autobauer, der über die mit dem VW-Dieselskandal 2015 um sich greifenden Vorwürfe des Abgasbetrugs erhaben war. Im Februar hatten die Münchener gegenüber dem Kraftfahrt-Bundesamt eingeräumt, eine fehlerhafte Software in gut 11.000 Pkw aus Versehen eingebaut zu haben. Dies sei aber keine Manipulation der Abgasreinigung. Das KBA informierte die Staatsanwaltschaft. Die Strafverfolger ermitteln wegen des Verdachts, BMW habe eine unzulässige Abschalteinrichtung eingesetzt.

Während Volkswagen den Großteil der privaten Kläger in den USA über einen milliardenschweren Vergleich entschädigte, hat Hagens Berman auch gegen Daimler, Fiat Chrysler, Ford, General Motors sowie deren Zulieferer Bosch Schadenersatzklagen eingereicht.

Sammelklage britischer Autobesitzer

Indes prüft die britische Justiz, ob betroffene Autobesitzer gemeinsam den Autobauer VW klagen können. Mehrere Anwaltskanzleien beantragten am Dienstag, in London ein sogenanntes Gruppengerichtsverfahren. Die betroffenen Autobesitzer warteten noch immer darauf, dass Volkswagen auf ihre Klagen angemessen antworte, erklärte Gareth Pope von der Kanzlei Slater und Gordon, die nach eigenen Angaben allein über 40.000 Autobesitzer vertritt.

Bis Donnerstag soll die britische Justiz nun prüfen, ob ein gemeinsames Vorgehen rechtlich zulässig ist. Sollten die Richter das bejahen, könnte es zu einem Prozess kommen.

Volkswagen hält die Untersuchung für unbegründet. Der Konzern teilte mit, mit Updates an mehr als 840.000 Fahrzeugen in Großbritannien und über 6,4 Millionen in ganz Europa sei die überwältigende Mehrheit der Kunden zufriedengestellt worden. 

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