Der US-Präsident hatte McCabe Mitte März zwei Tage vor seiner Pensionierung entlassen. Der 50-Jährige wirft Trump vor, ihn gefeuert zu haben, weil er ein wichtiger Zeuge in der Russland-Affäre sei.
Der ehemalige FBI-Direktor Andrew McCabe will sich gegen die Ermittlungen der Regierung in der Russland-Affäre zur Wehr setzen: Er sammelte in sieben Stunden rund 360.000 Dollar für die Anwaltskosten. McCabe wirft der Regierung unter US-Präsident Donald Trump vor, ihn gefeuert zu haben, weil er ein wichtiger Zeuge in der Affäre um die mögliche russische Einflussnahme auf die Präsidentenwahl im Jahr 2016 sei.
Die Sammelaktion läuft besser als erwartet: Das Ziel sei eigentlich eine Summe von 150.000 Dollar gewesen, hieß es am Donnerstag auf der Seite "GoFundMe". Aufgrund der "bemerkenswerten" Reaktion habe man die Latte höher gelegt.
Die Aktion des 50-Jährigen ist eine weitere Eskalation in dem Kampf um seine Entlassung mit der US-Regierung. McCabe könnte nun auch rechtliche Schritte erwägen. "Andrew McCabes FBI-Karriere war lange (...) und unbescholten", heißt es in einem Statement auf der Seite. "Die Belohnung dafür war eine Entlassung, die völlig ungerechtfertigt und nach wiederholten persönlichen Attacken des US-Präsidenten erfolgte."
Trump übermittelte Entlassung nicht persönlich
Donald Trump hatte McCabe, der monatelang in der Schusslinie des Präsidenten gestanden war, gefeuert. McCabe war Anfang 2018 als Vizedirektor des FBI zurückgetreten, seither war er einfacher Agent der Bundespolizei. Bis zu seiner Pensionierung wären es nur noch zwei Tage gewesen. Durch die vorzeitige Entlassung kommt er nun nicht in den vollständigen Genuss aller Rentenansprüche.
Zudem übermittelte Trump seine Entscheidung dem Bundesbeamten offenbar nicht persönlich. McCabe soll von einem Freund davon erfahren haben, der ihn auf einen entsprechenden Medienbericht aufmerksam machte. Erst danach erhielt McCabe nach eigener Aussage eine E-Mail des Justizministeriums, in der er über seine Entlassung offiziell unterrichtet wurde.
Das US-Justizministerium hatte McCabes Entlassung mit "schlechtem Verhalten" begründet. Interne Ermittlungen hätten ergeben, dass der frühere stellvertretende FBI-Chef eigenmächtig Informationen an die Medien weitergegeben habe und dem Generalinspekteur des Justizministeriums gegenüber "mehrfach" nicht vollkommen ehrlich gewesen sei.
Sessions will Ermittlungen gegen FBI
Der frühere FBI-Direktor stand unter anderem im Rampenlicht während der Untersuchungen rund um die E-Mail-Affäre von Ex-Außenministerin Hillary Clinton sowie den Ermittlungen des Sonderermittlers Robert Mueller um die Einmischung Russlands in den Präsidentschaftswahlkampf 2016. McCabe gehörte zu den ersten in den Reihen des FBI, die mögliche Verbindungen Trumps zu einer russischen Beeinflussung der Präsidentenwahl 2016 untersuchten.
Justizminister Sessions hat nun einen Staatsanwalt beauftragt zu untersuchen, wie das FBI Ermittlungen gegen die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton und das Wahlkampfteam von Donald Trump gehandhabt hat und ob es dabei zu Verfehlungen kam.
(Reuters/red.)