Klassik

Auf der Suche nach Wagners Gesangsgral

Parsifal
Parsifal(c) Staatsoper/Michael Pöhn

Kritik Der neue Staatsopern-„Parsifal“ von Alvis Hermanis wieder unter Semyon Bychkov, teilweise neu besetzt.

Bemerkenswerte Debüts und Wiederbegegnungen im neuen Regiegewand machen den Besuch des traditionellen Karwochen-„Parsifal“ zur spannenden Tour d'horizon in Sachen Wagner-Gesang. Die charakterstarke Besetzung 2018 eint Interpreten, deren Zugang zur Frage, wie die zum Teil mörderisch schwierigen Partien des Meisters vokal zu bewältigen sind, unterschiedlicher nicht sein könnten. Erstaunlich, wie viele Wege in den Gralsbezirk führen. Da hat Jochen Schmeckenbecher, Klingsor der Premiere von Alvis Hermanis' Inszenierung im Otto-Wagner-Bühnenbild, seine Partie wieder an Boaz Daniel abgegeben, um zum Amfortas zu werden. Er präsentiert eine vollkommen aus dem Wort und der expressiven Artikulation geborene Interpretation des leidenden Gralskönigs.