Statt Lebensversicherungen ist Anlageberatung gefragt

Investmentberatung wird stärker nachfragt.
Investmentberatung wird stärker nachfragt.(c) Bilderbox
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Swiss Life Select Österreich hat im Vorjahr die Provisionserlöse um fast sechs Prozent gesteigert.

Wien. Die Finanzberatungsfirma Swiss Life Select Österreich hat die Provisionserlöse 2017 um 5,9 Prozent auf 38,23 Mio. Euro gesteigert. Beim Schweizer Mutterkonzern stiegen die Prämieneinnahmen um sechs Prozent auf 18,6 Mrd. Franken (15,8 Mrd. Euro).

Bei der Produktnachfrage zeigte sich eine Verschiebung. Zwar dominierte auch im Vorjahr der Lebensversicherungsbereich: 35 Prozent der gesamten Vertriebsleistung entfielen auf fondsgebundene oder herkömmliche Lebensversicherungen. Gegenüber 2016 ist dieser Anteil jedoch geschrumpft. Ebenso rückläufig ist der Anteil von Sach-, Unfall- und Krankenversicherungen sowie Banken, Bausparen und Versicherungen.

Hingegen wird Investmentberatung stärker nachfragt: Der Anteil hat sich von 19 auf 26 Prozent erhöht. Swiss-Life-Select-Österreich-Chef Christoph Obererlacher führt das auf das schwierige Marktumfeld und die Niedrigzinsphase zurück. In solchen Phasen wachse der Beratungsbedarf. Dabei wird zunächst das Risikoprofil der Kunden erhoben. Neben den persönlichen Lebensumständen (Alter, Einkommen etc.) wird auch in Simulationen getestet, wie nervös die Kunden bei potenziellen Kursverlusten reagieren; je nachdem wird die Aktienquote festgelegt. Bei Anleihen setzt man wegen des Zinsrisikos derzeit eher auf Kurzläufer. Eine Barreserve sei auch sinnvoll, da man im Fall eines Kursverfalls günstig nachkaufen könne. Die Anlegerportfolios werden dann mit Fonds und ETFs bestückt. Doch was passiert, wenn die Kunden bereits veranlagt haben? Dann werde das in der Vermögensplanung berücksichtigt, sagt Obererlacher. Alles zu verkaufen und neu zu investieren wäre kein gutes Vorgehen, allenfalls zeige man dem Kunden Alternativen auf.

Zu Einzeltiteln (Aktien einzelner Unternehmen) rate man nicht, da das Risiko schwer abzuschätzen sei. Auch zu Kryptowährungen rate man nicht. (b. l.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.03.2018)

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