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Freiluftwohnen auf dem Dach: Was es bei Dachterrassen zu beachten gibt

Wunschtraum Dachterrasse: Robuste Pflanzen und Materialien machen die Frischluftoase pflegeleicht.
Wunschtraum Dachterrasse: Robuste Pflanzen und Materialien machen die Frischluftoase pflegeleicht.(c) Grünhoch 3
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Eine Dachterrasse vergrößert den Wohnraum nach außen. Um damit das ganze Jahr Freude zu haben, sollten Bepflanzung und Infrastruktur gut durchdacht sein.

Schon lang hatte die Mieterin von einer Dachterrasse geträumt. Beim Bezug der neuen Wohnung ging der Traum endlich in Erfüllung. Einziges Manko: Auf der Terrasse war kein Wasseranschluss vorhanden. „Das macht nichts. Ich trage das Wasser mit der Gießkanne nach oben“, entgegnete der Gartenfan allen, die angesichts dessen vor zu üppiger Begrünung warnten.

Voller Elan kaufte sie Gemüsepflanzen, Blumen, mediterrane Kübelpflanzen und vieles mehr. Im Sommer landete sie auf dem harten Boden der Realität: Sie schleppte täglich Gießkanne um Gießkanne über eine Wendeltreppe in ihre grüne Oase. Im Herbst dann die nächste Herausforderung: Wo sollten Oleander und Co. den Winter verbringen? Im folgenden Jahr sorgte ein Schlauch, der vom Badezimmer auf die Dachterrasse gelegt wurde, für die Bewässerung der – nur noch einjährigen– Pflanzen. Mittlerweile finden sich in der Frischluftoase nur noch ein paar winterharte Pflanzen, die mit wenig Wasser auskommen.

„Wasser- und Stromanschluss sollten auf der Dachterrasse unbedingt vorhanden sein“, sagt Ulrike Seher von Grünhoch3. Daran sollte man im Idealfall noch während der Bauphase denken. Zudem rät sie unbedingt zu einer Bewässerungsanlage: „Auf einer Dachterrasse haben Pflanzen einen ganz anderen Wasserbedarf.“

 

Spezielles Substrat

Neben Sonne und Wind, die die Erde austrocknen, liegt das auch daran, dass meist Pflanztröge in der Höhe für üppiges Grün sorgen. Diese sollten viel größer als sonst sein: „Mehr Erdvolumen sorgt für mehr Wasserspeicher“, sagt Seher. Ein Dachgartensubstrat, vermischt mit Ziegelsplitt oder Ähnlichem, sorgt ebenso wie regelmäßiges Düngen für guten Wuchs. Im Frühjahr sollten Dachgärtner zudem Bodenhilfsstoffe wie Humus oder Mykorrhizapilze beimischen.

Für die Begrünung rät Seher zu robusten, winterharten Pflanzen. Dem stimmt Beata Gombos von Living Garden zu. Salbei und Lavendel kommen infrage, Gräser, Bambus, Bäume oder größere Sträucher wie Felsenbirne oder Zimtahorn. „Auch Gemüse und Obst liegen im Trend“, sagt Gombos – Marillen, Himbeeren und ähnliche Früchte könnten mittlerweile gut in Trögen gedeihen. Am besten in solchen aus dickerem Fiberglas statt Plastik, um im Winter ein Auffrieren zu vermeiden.

 

Beim Holz nicht sparen

Mindestens genauso wichtig ist der Untergrund. „Als Bodenbelag haben sich Holz und Stein gut bewährt“, sagt Gombos und rät, dabei nicht zu sparen. „Hartes Holz wie Ipe ist zwar teuer. Aber man muss den Boden erst nach 30 Jahren tauschen.“ Lärche sei günstiger, müsse aber nach 15 Jahren getauscht und jedes Jahr gepflegt werden. Aus demselben Grund sei es wichtig, möglichst dichte Steinböden zu wählen. „Je mehr Löcher der Stein hat, desto größer ist der Pflege- und Reinigungsbedarf.“

Hoch ist der Pflegeaufwand auch, wenn ein dichter Rasen den Boden belegen soll. Man muss dann auch auf die Traglast achten. Nötig sind laut Seher mindestens 350 bis 600 Kilogramm pro Quadratmeter, die Standardtragkraft liege dagegen nur zwischen 350 und 400 Kilogramm. Zu beachten ist das auch, wenn ein Whirlpool oder gar ein Pool für Wasserspaß auf der Terrasse sorgen soll.

Was Sie beachten sollten bei Dachterrassen

Tipp 1

Gute Planung I. Zunächst gilt es, die Rahmenbedingungen abzuklären: Wie ist die Lage der Terrasse? Ist sie windgeschützt, besteht die Gefahr von Hitzestau? Oder bläst der Wind von allen Seiten? Zu welchen Tageszeiten und in welcher Form wird sie am ehesten genützt? Wo soll es einen Sitzplatz geben? Braucht man einen Sichtschutz? Welche Gefäße passen am besten?

Tipp 2

Gute Planung II. Überlegen sollte man sich auch, wie viel Zeit man mit der Pflege der Dachterrasse verbringen will. Das gilt für die Pflanzen und auch für das Drumherum – vom Boden bis zu den Möbeln. Sind sie winterfest, kann man sogar die Auflagen bei Regen und Schnee draußen lassen? Oder müssen diese in einer Kiste aufbewahrt und jedes Mal hin und her geräumt werden?

Tipp 3

Pflanzen: Was ist geeignet?

• Bäume/Sträucher: Felsenbirne, Zimtahorn, Korkenzieherweide, Perlschnurbaum, Himalaya-Birke, Duftflieder, Weigelie, Blasenspiere, immergrüne Photinie.

• Stauden/Gräser: Gartensalbei, Lavendel, Prachtkerzen, Schafgarbe, Gartendost, Katzenminze, Diamantgras, Chinaschilf, Reitgras, Lampenputzergras.

• Kletterpflanzen: Trompetenwinde.