Baustelle: Wozu die Sperre der Ringstraße?

Bitte ausweichen. Auf der Ringstraße wird noch gearbeitet.
Bitte ausweichen. Auf der Ringstraße wird noch gearbeitet.(c) Stanislav Jenis
  • Drucken

Noch bis Dienstag ist eine zentrale Wiener Verkehrsroute gesperrt. Grund dafür sind Gleisbauarbeiten. Zu Pfingsten wird es eine weitere Sperre des Rings geben.

Wien. Großräumig umfahren. Das raten Polizei und Verkehrsclubs, wenn von der Wiener Ringstraße die Rede ist. Seit vergangener Woche ist die zentrale Verkehrsroute zwischen Schwarzenbergplatz und Babenbergerstraße gesperrt – für den Individualverkehr, aber auch für den öffentlichen Verkehr. Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um die Großbaustelle.

1. Warum wird eine so wichtige Verkehrsroute zehn Tage lang komplett gesperrt?

Kurze Antwort: Gleisbauarbeiten. Längere Antwort: Mehrere Schienen und Weichen werden getauscht – das längste betroffene Gleisstück vor der Oper ist etwa 700 Meter lang. Dazu werden zunächst die Gleisplatten entfernt, danach werden die Schienen abmontiert und herausgehoben. In der Regel wird dann der Gleisuntergrund erneuert, ehe neue Schienen eingepasst werden. Dazwischen wird betoniert, am Ende kommen die Gleisplatten wieder drauf. Hintergrund: Schienen haben – je nach Belastung – eine Lebensdauer von 20 bis 25 Jahren. Ist das Ende erreicht, müssen sie getauscht werden. Das ist am stark befahrenen Ring der Fall.

2. Warum muss diese Baustelle ausgerechnet jetzt sein?

Gleisbauarbeiten gibt es laufend. (Allein heuer gibt es 40 Gleisbaustellen im Netz, derzeit ist unter anderem auch die Aßmayergasse in Meidling gesperrt.) Dass es die Großbaustelle am Ring genau jetzt gibt, liegt daran, dass in den Ferien weniger Verkehr ist – die Wiener Linien gehen von etwa 25 Prozent weniger Fahrgästen aus. Die Linien 1, 2, 71 und D werden umgeleitet, die vor allem für Touristen interessante Vienna Ringtram fällt völlig aus. Der Zeitpunkt hängt auch damit zusammen, dass die Arbeiten vor dem zweiten Halbjahr beendet sein sollen, wenn Österreich die EU-Ratspräsidentschaft innehat. Die soll nicht durch Baustellen am Ring beeinträchtigt werden. Auch die U-Bahn-Bauarbeiten spielen eine Rolle – weil die U2 zwischen Schottentor und Karlsplatz ab Sommer 2019 für zwei Jahre gesperrt wird, soll die Umleitung der Fahrgäste auch über die Straßenbahnen am Ring erfolgen. Da ist es natürlich sinnvoll, dass dort keine größeren Bauarbeiten notwendig sind.

3. Warum ist auch der Autoverkehr von den Gleisbauarbeiten betroffen?

Gearbeitet wird an den Gleiskörpern auf beiden Seiten des Rings. Der Raum dazwischen wird unter anderem dafür benötigt, dass dort 15 Meter lange Schienenstücke zwischengelagert werden, Transportfahrzeuge stehen und sich an die 100 Bauarbeiter bewegen können. Eine einzelne Spur offen zu lassen, hätte für den Verkehr nicht viel gebracht.

4. Bleibt der Ring nach dieser Baustelle dann für längere Zeit frei?

Nein. Schon rund um Pfingsten gibt es die nächste Baustelle – dann werden die Gleise zwischen Babenbergerstraße und Universität Wien getauscht. Von 9. bis 22. Mai wird dieser Abschnitt für den Autoverkehr gesperrt, auch die Linien 1, 2, D und 71 werden wieder umgeleitet bzw. kurzgeführt. Danach soll es aber – zumindest auf der Ringstraße – mit den großen Baustellen vorbei sein.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.03.2018)

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.