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Diplomaten packen auf beiden Seiten des Atlantiks

APA/AFP/SERGEI SUPINSKY
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Aus den USA sollten im Lauf des Tages 60 des Landes verwiesene russische Diplomaten und ihre Familien mit zwei Sonderflügen abgeholt werden.

Im Streit zwischen den westlichen Ländern und Russland wegen der Giftattacke auf den Ex-Agenten Sergej Skripal haben Diplomaten auf beiden Seiten ihre Ausreise vorbereitet. In Russlands nördlicher Metropole St. Petersburg sollten US-Diplomaten bis Samstagabend das für geschlossen erklärte Generalkonsulat räumen.

Die Ausweisung von vier deutschen Diplomaten aus Russland trifft nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur vor allem die Sicherheitsexperten der Botschaft in Moskau. Demnach sind zwei Militärangehörige und zwei Mitarbeiter von Sicherheitsbehörden zu unerwünschten Personen erklärt worden. Einer der betroffenen Deutschen ist demnach der Heeresattache der Botschaft, der für die Kontakte mit den russischen Militärs zuständig ist. Außerdem sollen je ein Mitarbeiter des deutschen Bundeskriminalamts (BKA) und des deutschen Bundesnachrichtendienstes (BND) betroffen sein. Offiziell gab es zu den Funktionen der Botschaftsangehörigen, die Russland verlassen müssen, keine Stellungnahme.

Die Ausweisungen bedeuten nicht unbedingt eine Reduzierung des diplomatischen Personals. Gehen müssen jeweils bestimmte Personen, ihre Posten werden aber nachbesetzt. Moskau stehe es weiterhin frei, Diplomaten in die USA zu entsenden, sagte ein Vertreter der US-Regierung in dieser Woche.

Zwei Sonderflüge aus den USA

Aus den USA sollten im Lauf des Tages 60 des Landes verwiesene russische Diplomaten und ihre Familien mit zwei Sonderflügen abgeholt werden. Das sagte der russische Botschafter in Washington, Anatoli Antonow, der Agentur Interfax. Das russische Konsulat in Seattle an der US-Westküste wurde geräumt.

Russland hatte am Freitag die Ausweisung von etwa 150 seiner Diplomaten aus mehr als 20 Ländern damit beantwortet, dass es die genau gleiche Zahl ausländischer Diplomaten des Landes verwies. Deshalb müssen auch vier Vertreter Deutschlands Moskau verlassen. Die britische Botschaft müsse ihr Personal um mehr als 50 Diplomaten reduzieren, teilte das russische Außenministerium am Samstag in Moskau mit. Die Forderung war bereits bekannt, allerdings nannte Moskau bisher keine Zahl.

Mit der Maßnahme solle "Gleichheit" hergestellt werden, sagte Außenamtssprecherin Maria Sacharowa zu Nachrichtenagentur AFP. Erreicht werden solle, dass Großbritannien und Russland die gleiche Zahl von Diplomaten im jeweils anderen Land hätten. Derzeit habe "die britische Seite noch über 50 Leute mehr", sagte die Sprecherin.

Der große Konflikt hat sich an der Giftattacke auf den früheren Doppelagenten Skripal und dessen Tochter Julia in Großbritannien Anfang März entzündet. London hält Moskau dafür verantwortlich. Russland weist jede Schuld zurück.

(APA/DPA)