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Ägyptens autoritärer Staatschef lässt sich mit 97 Prozent wiederwählen

97,08 Prozent der gültigen Stimmen entfielen nach Angaben der staatlichen Wahlbehörde auf Sisi.
97,08 Prozent der gültigen Stimmen entfielen nach Angaben der staatlichen Wahlbehörde auf Sisi.APA/AFP/MOHAMED EL-SHAHED
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Das amtliche Endergebnis bekräftigt Sisis Machtposition. Aus Protest stimmten viele für Fußballstar Mohamed Salah.

Kairo. Ägyptens autoritär regierendes Staatsoberhaupt Abdel Fatah al-Sisi ist bei der gelenkten Präsidentenwahl in dem nordafrikanischen Land mit deutlicher Mehrheit wiedergewählt worden. 97,08 Prozent der gültigen Stimmen entfielen nach Angaben der staatlichen Wahlbehörde auf Sisi. Herausforderer Moussa Mostafa Moussa kam demnach auf 2,92 Prozent der Stimmen. Das ist das amtliche Wahlergebnis, das gestern, Montag, in Kairo veröffentlicht wurde.

Der Urnengang hatte bereits vergangene Woche stattgefunden. Und schon Ende der Woche war ein überragender Sieg des Machthabers verkündet worden. Damals war aber noch zunächst von 92 Prozent der Stimmen für Sisi die Rede.

Vor der Wahl hatten sich alle ernsthaften Herausforderer auf Druck des Regimes wieder aus dem Rennen zurückgezogen. Neben Sisi trat schließlich nur der weitgehend unbekannte Politiker Moussa Mostafa Moussa an, in dem Beobachter nur einen Alibi-Kandidaten sahen.

Zahlreiche Ägypter wählten nun offenbar eine besondere Form des Protestes: Wie der britische „Economist“ berichtet, strichen mehr als eine Million Ägypter die Namen beider Kandidaten durch und schrieben stattdessen den Namen des ägyptischen Fußballstars Mohamed Salah auf den Stimmzettel. Die Stimmen wurden natürlich als ungültig gewertet, doch hätten sie gezählt, hätte der Fußballstar rund fünf Prozent erhalten. Der 25-jährige Salah hat Ägypten zur WM 2018 in Russland geführt und trifft bei Liverpool in der englischen Premier League am laufenden Band – in 42 Pflichtspielen bereits 37 Mal.

Die Wahlbeteiligung lag nach offiziellen Angaben bei 41 Prozent. Journalisten berichteten, bei ihrer Arbeit behindert worden zu sein. 2014 war Sisi mit fast 97 Prozent zum Präsidenten gewählt worden, nachdem er den ersten demokratisch gewählten Präsidenten Ägyptens, Mohammed Mursi von der islamistischen Muslimbruderschaft, nach Protesten gestürzt hatte. (Reuters/APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.04.2018)

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