Banken: HVB zahlt 1,25 Milliarden Euro für CAIB

(c) EPA (Matthias Schrader)
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Italienischer UniCredit-Konzern konzentriert sein Investmentbanking in München. Derzeit wird der Verschmelzungsvertrag gerade im Umlaufverfahren abgesegnet

Wien (red.). Die deutsche UniCredit-Tochter HVB zahlt für die Übernahme der Bank-Austria-Investmentbanktochter CAIB 1,25 Mrd. Euro. Darauf haben sich die Beteiligten laut „Financial Times Deutschland“ „nach langwierigen Verhandlungen“ geeinigt. Mit dieser im Prinzip seit Längerem geplanten konzerninternen Verschiebung wird die Konzentration des Investmentbanking der UniCredit-Gruppe in München praktisch abgeschlossen sein.

Die HVB, früher Muttergesellschaft der Bank Austria, musste die österreichische Bank nach der Übernahme durch die UniCredit um 13 Mrd. Euro an die italienische Konzernmutter abtreten. Mit dem jetzigen konzerninternen Verkauf der CAIB an die Bayern fließen 1,25 Mrd. Euro nun definitiv nach Österreich. Zusammen mit den zwei Mrd. Euro, die die Bank Austria aus der jüngsten Kapitalerhöhung der UniCredit erhalten wird, fließen der österreichischen Bank also 3,25 Mrd. Euro zu. Geld, das die Bank angesichts der derzeitigen Probleme in Osteuropa recht gut brauchen kann.

Transaktion bis Sommer

Die Transaktion soll noch im ersten Halbjahr über die Bühne gehen, der formelle Beschluss soll in den kommenden Tagen vorliegen. Derzeit wird der Verschmelzungsvertrag gerade im Umlaufverfahren abgesegnet, eine eigene Aufsichtsratssitzung zu dem Thema wird es nicht geben. Die Bank Austria kommentierte den Vorgang am Montag nicht.

Allerdings wird das Investmentbanking trotz der vom Konzern vorgegebenen Konzentration in München nicht ganz aus Wien abgezogen. Mehr als die Hälfte der 260 CAIB-Mitarbeiter soll in Wien bleiben und hier die „kundennahen“ regionalen Investmentbank-Aktivitäten für die Bank Austria abwickeln.

Die Bank Austria hat sich lange gegen die Abwanderung des Investmentbanking gewehrt. Noch im vorigen Herbst hieß es, es werde keinen Gesamtverkauf der Investmentbanktochter geben. Auch die Preisvorstellungen der Wiener waren lange Zeit ziemlich weit von den Vorstellungen der Münchener entfernt. Ursprünglich sei im Konzern von einem Kaufpreis von 4,5 Mrd. Euro für die Investmentbank die Rede gewesen, verlautete gestern. Die HVB hatte sich aber strikt gewehrt, so viel Geld auf den Tisch zu legen. Billiger wurde die Investmentbank dann durch ihre nicht gerade rasend gute Performance in den vergangenen Krisenjahren. Besonders der 600-Millionen-Euro-Verlust im Jahr 2008 soll den Preis für die CAIB beträchtlich nach unten gedrückt haben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.02.2010)

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