Olympia: ÖSV-Snowboardcrosser gehen leer aus

Lukas Gruener
Lukas Gruener(c) EPA (ANDREW GOMBERT)
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Nach einem verheißungsvollen Wettkampf mussten sich Lukas Grüner und Mario Fuchs mit den Plätzen sechs und sieben zufrieden geben. Gold ging an den Amerikaner Seth Wescott

Seth Wescott ist erneut Olympiasieger im Snowboardcross. Der Amerikaner setzte sich im Finale der besten Vier am Montag auf dem Cypress Mountain knapp gegen den Kanadier Mike Robertson und den Franzosen Tony Ramoin durch. Wescott ist mit 33 Jahren nun der älteste Snowboard-Medallengewinner der Geschichte und der zweite nach dem Schweizer Philipp Schoch mit zwei Olympia-Goldenen. Sein Gold war die bereits 15. Snowboard-Medaille für die USA.

Am Dienstag fahren in Cypress die Cross-Damen um Medaillen. Lindsey Jacobellis versucht dabei ihr "Hoppala" von Turin hinter sich zu lassen. Dort war sie als vermeintliche Siegerin nach einem "Tricksprung" am Zielsprung gestürzt. Österreich schickt mit Maria Ramberger und Doresia Krings ein Mini-Team an den Start. "Aber wir haben schon bei den Herren gesehen, was auch mit nur wenigen Startern möglich ist", sagte ÖSV-Koordinator Christian Galler.

Der erste Snowboard-Bewerb der Spiele 2010 entwickelte sich trotz schwieriger Bedingungen zu einem packenden und hartumkämpften Rennen, in dem viele Favoriten wie der Franzose Pierre Vaultier schon früh auf der Strecke blieben. Es war auch nicht der Tag der Österreicher. Mario Fuchs war zwar der schnellste Mann am Kurs, schied aber als Führender nach einem Fahrfehler ebenso im Semifinale aus wie Lukas Grüner. Am Ende gab es die Plätze 6 und 7 bzw. Rang 23 für Markus Schairer.

Alle drei Österreicher trafen im Achtelfinallauf aufeinander. "Das war das Schlimmste, was passieren konnte. Wir hätten alle drei das Zeug für das Finale gehabt", ärgerte sich Schairer. "Wenn drei Landsleute vorne sind, schaut der Dritte, dass denen vorne nichts mehr passiert", erklärte der Vorarlberger. "In so einem Lauf nimmt man einfach Rücksicht auf die anderen."

Im Viertelfinale bewiesen Fuchs und Grüner, was an diesem Tag für Österreich drin gewesen wäre. Während der zweifache Gastein-Sieger Fuchs nach einem neuerlichen Blitzstart souverän gewann, fightete sich Grüner nach einem völlig verpatzten Start sensationell zurück und fing den Russen Andrej Boldikow auf der Ziellinie um wenige Zentimeter noch ab.

Fataler Steher im Halbfinale

Alles schien angerichtet für den Aufstieg ins große Finale und den Kampf um Medaillen. Denn Fuchs schoss auch im Halbfinale mit dem roten Trikot für den Schnellsten aus dem Starthaus, kein Fahrer war im Bild von Fuchs' Helmkamera zu sehen. Doch dann überdrehte der Salzburger bei schlechter Sicht auf dem vom Regen rippigen Kurs in einer Steilkurve leicht, nach einem fatalen Steher war der Weg ins Finale frei für die beiden US-Fahrer Wescott und Nate Holland. Grüner wurde nach einem verschlafenen Start nur Dritter. Im kleinen Finale sicherten sich die beiden Österreicher die Endplätze sechs und sieben.

"Das ist unglaublich bitter heute. Der Kurs lag mir total, das Board war superschnell", trauerte Fuchs der verpassten Chance nach. "Fünfter in der Quali trotz Fehler, in den ersten zwei Heats konnte ich mich sogar ein bisschen spielen, so leicht ging alles", erzählte der 33-Jährige. "Und dann so ein Fehler, es ist unglaublich."

"Mario hat sich leider selbst mit einem Fehler rausgeschossen. Er wäre heute wohl Gold wert gewesen", bedauerte auch ÖSV-Koordinator Christian Galler. "Aber es war eine Riesenwerbung für den Sport heute und wir haben uns mit nur drei Leuten teuer und gut verkauft. Dass wir das große Finale verpasst haben, ist natürlich ein grober Schönheitsfehler", gestand Galler.

(APA/Red.)

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