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Was der Chef mit E-Mails von ehemaligen Mitarbeitern (nicht) tun darf

Marin Goleminov
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Mitarbeiter kommen, Mitarbeiter gehen. Doch was passiert mit ihren Mails, nachdem sie die Firma verlassen haben? Einfach lesen sollte sie der Chef jedenfalls nicht.

Eine Mitarbeiterin machte kürzlich strafrechtliche Ansprüche gegen ihren ehemaligen Arbeitgeber geltend. Ihr früherer Chef hätte das Briefgeheimnis verletzt und müsse verurteilt werden, fand sie. Er habe nämlich nach ihrem Ausscheiden E-Mails, die sich in ihrem geschäftlichen E-Mail-Account befunden hätten, gesichtet und womöglich gelesen. Deshalb solle er quasi als Wiedergutmachung auch gleich einmal eine größere Geldsumme an sie überweisen. Mit ihrem Ansinnen hatte die Frau keinen Erfolg, und zwar aus einem einfachen Grund: Nach der Rechtssprechung ist ein Mail kein Brief im Sinne des § 118 Strafgesetzbuch. Wer ein Mail am Computer liest, verletzt das Briefgeheimnis nicht, jedenfalls nicht im strafrechtlichen Sinn.

Doch was hat wirklich mit E-Mails von Mitarbeitern zu passieren, wenn sie das Unternehmen verlassen? Genauer gefragt: Darf der Arbeitgeber die E-Mails lesen, die sich nach dem Ausscheiden des Mitarbeiters in dessen Postfach befinden oder noch eintrudeln?