Silber im Rodeln: Nina Reithmayer schafft die Sensation

Nina Reithmayer belegt zur Halbzeit Platz zwei.
Nina Reithmayer belegt zur Halbzeit Platz zwei.(c) EPA (CJ GUNTHER)
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Die Tirolerin Nina Reithmayer behält auch im vierten Lauf die Nerven und verteidigt im Eiskanal von Whistler ihren zweiten Platz im Rodel-Einsitzer der Damen. Den Sieg holt souverän die deutsche Favoritin Tatjana Hüfner.

Die 25-jährige Tirolerin Nina Reithmayer hat am Dienstag in Whistler bei den Olympischen Winterspielen Silber im Damen-Einsitzer gewonnen. Der Sieg ging an die deutsche Favoritin Tatjana Hüfner, Reithmayers Rückstand nach vier Läufen betrug 49 hundertstel Sekunden. Bronze holte mit Natalie Geisenberger ebenfalls eine Deutsche, sie lag 0,577 Sekunden hinter Hüfner. Veronika Halder, die zweite österreichische Teilnehmerin, belegte Rang zwölf.

Im Weltcup war Reithmayer nie besser als auf Rang 3 platziert. Dass sie die Phalanx der deutschen Rodlerinnen durchbrechen würde, damit hatte niemand wirklich gerechnet. Bereits nach dem ersten Tag lag die Tirolerin auf Platz zwei. Im dritten Lauf büßte sie jedoch von den 0,109 Sekunden Vorsprung auf Natalie Geisenberger einiges ein. Für Lauf vier hatte sie nur mehr ein Guthaben von 25 Tausendstel. Die Deutsche verpatzte den letzten Lauf, auch Reithmayer kam nicht feherfrei hinunter, die 41,839 Sekunden reichten der Tirolerin aber für Silber.

"Ich glaube, das ist schon sehr hart, zwischen die Deutschen reinzufahren. Sie sind sehr gut auf der Bahn, sind athletisch gewaltig beieinander", meinte Reithmayer. "Dass es Silber wird, das hätte ich nicht gedacht, das ist super. Alles ist so aufgegangen, wie ich es mir vorgestellt habe", freute sich Reithmayer.

Die Medaille gerochen

"Ein Wahnsinn, unglaublich was die Nina hier gebracht hat, Glückwunsch an das gesamte Team", jubelte auch ÖRV-Trainer Rene Friedl. Reithmayer wusste um ihre Chance und wohl auch Sportdirektor Markus Prock, der ihr kaum von der Seite gewichen ist und sie auch beruhigt hat. "Ich habe die Medaille gerochen und die wollte ich auf gar keinen Fall hergeben. Da habe ich schon fast zugebissen gehabt, muss ich sagen", meinte die Tirolerin.

Nicht nur Trainer Friedl ortet bei der EM-Bronzenen von Sigulda noch weiteres Potenzial und traut ihr gar zu, die Deutschen auch schlagen zu können. "Der Knopf muss noch weiter aufgehen, dass ich wirklich sehe, was ich drauf habe. Ich glaube, die Trainer haben es schon gesehen, nur ich habe es noch nicht ganz realisiert", so Reithmayer.

Am Mittwoch hat Österreich noch sein heißestes Eisen im Eiskanal von Whistler: Die Doppelsitzer-Favoriten und Olympiasieger 2006, Andreas und Wolfgang Linger, sind am Start.


Rodeln - Einsitzer Damen - Endstand:

1. Tatjana Hüfner (GER) 2:46,524 Minuten
2. Nina Reithmayer (AUT) + 0,490
3. Natalie Geisenberger (GER) 0,577
4. Tatjana Iwanowa (RUS) 0,657
5. Anke Wischnewski (GER) 0,729
6. Alexandra Radionowa (RUS) 0,932
7. Martina Kocher (SUI) 1,051
8. Ewelina Staszulonek (POL) 1,097
9. Maija Tiruma (LAT) 1,130
10. Natalia Chorewa (RUS) 1,460

Weiter: 12. Veronika Halder (AUT) 1,593

(APA/Red.)

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