Assekuranzen könnten Leistungen künftig individueller berechnen. Für Haushaltsversicherungen könnte dies bedeuten, dass das Einbruchsrisiko Einfluss auf die Berechnung der Prämien habe.
Wien(nst). Konstantin Klien, Chef der Uniqa-Versicherung nennt es „risikogewichtetes Individualscoring“. Zu deutsch: Je höher die Wahrscheinlichkeit, dass ein Schadensfall eintritt, desto höher die Preise für die Kundschaft. Ein Trend, dem sich laut Klien auch andere Versicherungen bald nicht mehr entziehen könnten. „Jede Gesellschaft wird subjektivere Preiskalkulationen haben.“ Besonders 2009 hat der Uniqa, aufgrund von Unwetterschäden, mit hundert Mio. Euro zugesetzt. „Ich kann mir vorstellen, dass bestimmte Zonen geringere Rabatte erhalten“, sagt Klien. Auch weil der Druck bei den Rückversicherungen wächst.
Für Haushaltsversicherungen könnte dies bedeuten, dass das Einbruchsrisiko Einfluss auf die Berechnung der Prämien habe. Werden indes Präventionsmaßnahmen gesetzt, sei die Preisflexibilität wieder höher. Die Uniqa, die für 2009 ein vorläufiges Vorsteuerergebnis von 81,5 Mio. Euro (nach 90 Mio. Euro 2008) ausweist, arbeitet bereits nach diesem Schema.
Bei der Generali will man das Vorgehen des Mitbewerbers nicht kommentieren, da „jeder auf sein individuelles Risiko schauen muss“, sagt Sprecher Josef Hlinka. Derzeit gäbe es etwa im Kfz-Bereich individuelle Kalkulationen, je nach Risiko. In puncto Einbruch setze man eher auf Prävention – und gewährt so Rabatte. Die Wiener Städtische agiert eher nach dem Motto „Einer für alle, Alle für einen“, sagt Wolfgang Reisinger. „Bei uns gibt es überall die gleichen Prämien, egal ob man im Hochwassergebiet lebt oder nicht.“ Der Risikoausgleich würde, als Form der Solidarität, unter den Kunden erfolgen. So werde vielleicht im Osten mehr eingebrochen, der Westen dafür eher von Unwetterschäden bedroht.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.02.2010)