Die Winzer sind das kulinarische Aushängeschild der Stadt, Gärtnereien haben eine jahrhundertelange Tradition. Auch sonst gibt es viele Bauern in Wien – rund 630.
Ein Bauer in der Stadt mag auf den ersten Blick wie ein Fremdkörper wirken. Wie jemand, der sich verirrt hat, vielleicht maximal auf der Durchreise ist, aber eigentlich nicht hierhergehört. Der zweite Blick aber macht deutlich, dass diese Kombination gar nicht so unpassend ist – und dass der Bauer und die Bäuerin eigentlich als Erste da waren. Sie waren es, die den Grundstein dafür legten, dass hier überhaupt eine Stadt entstand.
Denn Menschen haben sich schon immer dort angesiedelt, wo es fruchtbare Böden und Wasser gibt. Das war in Wien nicht anders. Zumindest beim Wein ist bekannt, dass dieser innerhalb der Stadtgrenze schon seit Jahrhunderten, eigentlich Jahrtausenden angebaut wird. Der Wein ist es auch, der nach wie vor das landwirtschaftliche Aushängeschild der Stadt ist. Egal, ob Gärtner, Gemüsebauer oder Viehzüchter, sie alle hätten gern die Aufmerksamkeit für ihr Produkt, wie es der Wiener Wein hat (woran die Winzer-Vereinigung Wien Wein nicht ganz unbeteiligt ist). Selbst die Stadt – also die offizielle Seite im Rathaus – hat die Landwirtschaft für sich entdeckt. Ein Bürgermeister ohne Affinität zum Spritzwein (oder Wiener Gemischten Satz) ist hierzulande nicht vorstellbar. Seit ein paar Jahren rücken aber auch Gärtnereien und andere Betriebe in den Vordergrund.