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Mord an Hamas-Führer: Spuren führen nach Österreich

Videomaterial zum Mord in Dubai
(c) REUTERS (Str)
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Die Behörden sehen Österreich als mögliche "Kommando-Zentrale" für den Mord an einem Hamas-Führer in Dubai. Die Killer sollen mit österreichischen Handys telefoniert haben.

Nach dem Mord an einem Hamas-Anführer in Dubai führen Spuren nach Österreich. Wie die britische Zeitung "Guardian" am Mittwoch berichtete, nennen die Vereinigten Arabischen Emirate Österreich als mögliche "Kommando-Zentrale" für den Mord. Laut dem Nachrichtenmagazin "profil" haben die Killer mit österreichischen Wertkartenhandys telefoniert. Es gebe bereits Ermittlungen in Österreich.

Der Hamas-Führer Mahmoud Abdel Rauf al-Mabhouh war am 20. Jänner bei einem Anschlag in einem Hotel in Dubai getötet worden. Nach Angaben seines Bruders wurde der 50-Jährige mit starken Stromstößen gequält und erwürgt.

Killer benutzen gefälschte Pässe

Am Montag teilte die Polizei in Dubai mit, dass wegen des Mordes nach elf Verdächtigen mit europäischen Pässen gefahndet werde. Gesucht würden zehn Männer und eine Frau. Die Pässe dürften jedoch gefälscht sein, wie die britische und die irische Regierung erklärten. Die Identitäten von mindestens fünf in Israel lebenden britischen Einwanderern sollen benutzt worden sein.

Die Hamas beschuldigt Israel, hinter dem Mord zu stecken. Mabhouh gehörte zu den Gründern der Ezzedin-al-Kassam-Brigaden, dem bewaffneten Arm der Hamas. Er war nach eigenen Angaben an mehreren Anschlägen gegen Israel beteiligt und mehrmals in israelischen Gefängnissen inhaftiert.

Israels Außenminister Avigdor Lieberman wollte eine israelische Beteiligung an dem Attentat am Mittwoch weder ausdrücklich bestätigen noch dementieren.

Kritik am Mossad

In Israel wird indes die Kritik am Geheimdienst Mossad lauter. Der Militärrundfunk zitierte am Mittwoch einen früheren Mossad-Verantwortlichen mit der Einschätzung, es könne sich als "schwerer Fehler" erweisen, wenn der Geheimdienst Pässe von israelischen Bürgern verwendet habe.

Mehrere Betroffene äußerten sich entrüstet. "Das ist mein Pass, aber ich habe Israel nicht verlassen", sagte der Israeli Paul Kelly, der auch die britische Staatsangehörigkeit hat. Der ebenfalls betroffene Stephen Daniel Hodes sagte dem Rundfunk, er fürchte um sein Leben, wenn er künftig ins Ausland reise. Daher werde er einen Anwalt einschalten, um Klage gegen die Verantwortlichen zu erheben.

Der Fall sorgt in Israel auch deshalb für Aufsehen, weil während der ersten Amtszeit von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vor knapp 13 Jahren ein Mossad-Einsatz aufgeflogen war. Zwei israelische Agenten hatten am 25. September 1997 in Amman versucht, den heutigen Chef des Hamas-Politbüros, Khaled Meshaal, zu töten. Die beiden israelischen Agenten wurden festgenommen, Israel musste ein Gegengift liefern, sich entschuldigen und außerdem den langjährigen spirituellen Führer und Gründer der Hamas, Scheich Ahmed Yassin, aus einem israelischen Gefängnis freilassen.

(Ag./ Red.)