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Russische Syrien-Flottille verließ Hafen von Tartus

Fregatte "Admiral Grigorowitsch"
Fregatte "Admiral Grigorowitsch"https://thaimilitaryandasianregion.wordpress.com
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Ein Dutzend Kriegs- und Hilfsschiffe inklusive eines U-Boots halten seit Mittwoch Manöver in syrischen Gewässern ab. Es sei als "Schutzschirm" gegen westliche Schiffe gedacht, als "Zeichen der Stärke, oder um die "sitting targets" aus den Häfen zu retten, lauten die Interpretationen.

Vor dem Hintergrund der angespannten Lage um eine mögliche westliche Militäraktion gegen Syrien tut sich vor allem auf dem Meer derzeit einiges: Aktuelle Satellitenfotos des israelischen Unternehmens ImageSat legen nahe, dass aus dem syrischen Hafen Tartus, wo Russland eine Marinebasis gepachtet hat, bis Mittwoch fast alle dort vor Anker gelegenen russischen Schiffe verschwunden sind.

Auf nur wenige Tage älteren Bildern konnte man laut ImageSat sowie Websites aus dem Militär- und Schifffahrtsbereich elf russische Schiffe (davon zwei U-Boote der Kilo-Klasse) in Tartus erkennen. Am Mittwoch aber waren alle bis auf eines der U-Boote verschwunden.

ImageSat International

Auf dem obigen Satellitenbild wollen die Experten die elf Schiffe namentlich und dem Typ nach erkannt haben; die anderen, Unmarkierten sind demnach syrische Schiffe bzw. Handels- und andere Schiffe.

Dabei fällt freilich auf, dass die meisten der angeblich russischen Einheiten (etwa Olekma, Okhtensky, Ingenieur Trubin) reine Unterstützungsschiffe wie Tanker, Frachter und Rettungsschiffe sind. Die zwei "Grachonok" genannten Gefährte sind kleine, leicht bewaffnete Wachboote, auch "Anti-Saboteur-Schiffe" genannt. Und das Schiff namens "Ropucha" links oben ist ein großes amphibisches Landungsschiff der gleichnamigen Klasse, bewaffnet mit Luftabwehrraketen, Schnellfeuerkanonen sowie Raketenwerfern für den Beschuss von Landzielen, aber nicht geeignet für Seegefechte oder eine weiterreichende Bekämpfung von Flugzeugen.

Gefährliche Anti-Schiff-Marschflugkörper

Im Grunde sind nur die beiden U-Boote sowie das "Admiral Grigorowitsch" genannte Schiff, eine moderne Fregatte der Schwarzmeerflotte mit ausgeprägter Luft-, U-Boot- und Seezielbekämpfungsfähigkeit, Kriegsschiffe im engeren Sinn. Besonders gefährlich - wenn auch im echten Gefecht gegen fremde Schiffe nicht getestet - sind die im Normalfall acht Marschflugkörper "Kalibr" und/oder "Oniks" der Fregatte mit je nach Version bis zu 660 Kilometer Reichweite gegen Seeziele. Auch die U-Boote der Kilo-Klasse sind (neben Torpedos) mit vermutlich je etwa vier Kalibr bestückt. Laut Berichten russischer Medien soll noch eine Fregatte der Grigorowitsch-Klasse, die "Admiral Essen", vor Syrien liegen.

Am Mittwoch sah es in dem Stützpunkt jedenfalls so aus:

ImageSat International

Tatsächlich berichtete die russische Nachrichtenagentur Interfax am Mittwoch, russische Schiffe würden von diesem Tag an vor Syrien Manöver abhalten, das sei gemäß den einschlägigen internationalen Regeln der Luft- und Seefahrt mitgeteilt worden. Interfax gab sogar bekannt, wann die Manöverzone wegen Einsatzes von scharfer Munition gesperrt würde, nämlich am 11.. und 12. April, vom 17. bis 19. sowie 25. bis 26. April von zehn bis 18 Uhr Moskauer Zeit.

Zäher Flottenaufmarsch des Westens

Seit Tagen liegt der US-Zerstörer "Donald Cook" zwischen Zypern und Syrien, ein zweiter, "USS Porter", marschierte zuletzt von Spanien heran, dürfte aber erst am Wochenende eintreffen. Im östlichen Mittelmeer sind auch mindestens die französische Fregatte "Aquitaine", der britische Zerstörer HMS "Duncan" sowie zwei bis vier amerikanische und britische U-Boote.

Dass die Trägerkampfgruppe rund um die USS "Harry S. Truman" am Mittwoch den Kriegshafen Norfolk (Virginia) verlassen hatte, mit Kurs Mittelmeer und Nahost, wird sich operativ frühestens Ende kommender Woche auswirken können. Auffallend dabei ist, dass die Begleitschiffe der Truman (der Kreuzer USS "Normandy", die Zerstörer "Arleigh Burke", "Bulkeley", "Forrest Sherman" und "Farragut") unterwegs laut US-Navy durch zwei weitere Zerstörer ("Jason Dunham" und "The Sullivans" verstärkt werden sollen.