Feuilleton

Was bleibt von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny?

Andreas Mailath-Pokorny
Andreas Mailath-PokornyAPA/HANS KLAUS TECHT

Das neue Wien-Museum wird gebaut. Das Volkstheater harrt der Sanierung. Kulturstadtrat Mailath-Pokorny hatte keine großen Visionen. Aber er setzte Impulse und verwaltete mit Niveau.

Die schiere Größe war's, die an Andreas Mailath-Pokorny als erstes auffiel. Schon im Nobelgymnasium dürfte der Bub aus gutbürgerlichem Wiener Milieu imposant gewirkt haben, wenn er nur aufstand. Keine kleine Angelegenheit in der Gesellschaft rauflustiger Knaben. Etwas von der Länge ist bis heute im Verhalten des Mannes geblieben: Er ist nicht leicht aus der Ruhe zu bringen, bewahrt immer eine gewisse Lässigkeit und hat doch klare ideologische Vorstellungen, die auch schon in der Schul-und Studentenpolitik geprägt wurden. Für eine Kürzung des Kulturbudgets stehe er nicht zur Verfügung, sagte Mailath im letzten Wiener Wahlkampf gemünzt auf die vorrückende FPÖ, die ihm von Grund auf zuwider war, was er nie verhehlte.