Der Verkauf neuer Autos ist heuer im ersten Quartal spürbar angesprungen. Auch der SUV-Boom hält ungebremst an.
Im ersten Quartal 2018 war bereits jeder dritte Neuwagen ein SUV oder Geländewagen. In den ersten drei Monaten seien 30.506 SUV und Geländewagen neu zugelassen worden, um ein Viertel mehr als im Vorjahreszeitraum, teilte der VCÖ am Donnerstag mit. Der Dieselanteil sei mit 47 Prozent überdurchschnittlich hoch, bei allen anderen Neuwagen seien es im Durchschnitt 39 Prozent.
Gewarnt wird vor negativen Folgen für die Umwelt: "Der SUV-Boom beim Neuwagenkauf gefährdet das Erreichen der Ziele der Klimastrategie von Österreichs Bundesregierung", so VCÖ-Experte Markus Gansterer. Um Österreichs Neuwagenflotte auf Klimakurs zu bringen, brauche es auch Maßnahmen auf der EU-Ebene, so der Verkehrsclub Österreich (VCÖ). "Österreich hat es in der Hand, den EU-Vorsitz im zweiten Halbjahr zu nutzen, um für die Jahre 2025 und 2030 einen niedrigen CO2-Grenzwert für Neuwagen zu erreichen."
Der Verkauf neuer Autos ist heuer im ersten Quartal spürbar angesprungen. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres erhöhte sich die Zahl der Pkw-Neuzulassungen um 2,2 Prozent auf 90.474 Stück. Das entsprach 80,9 Prozent aller neu zugelassenen Kfz. Insgesamt kamen mit 111.895 um 0,5 Prozent mehr Kfz neu auf die Straße, wie aus aktuellen Daten der Statistik Austria vom Mittwoch hervorgeht.
Die Abkehr vom Dieselauto ging zwischen Jänner und März ungebremst weiter - es wurden um 18,6 Prozent weniger dieselbetriebene Pkw neu zugelassen (Anteil: 41,9 Prozent) als in den ersten drei Monaten 2017. Dafür wurden parallel dazu um 25,1 Prozent mehr Benziner (Anteil: 53,5 Prozent), um 30,4 Prozent mehr Elektro-Autos (1.599 Stück bzw. Anteil von 1,8 Prozent) und um 19,4 Prozent mehr Hybrid-Benzin-Pkw (2.292 Stück bzw. Anteil von 2,5 Prozent) verkauft. Hinzu kamen 37 Erdgasautos, ein Benzinflüssiggasauto (Bivalent-Fahrzeug) sowie 45 Diesel-Elektro-Hybridautos.
Kräftige Zuwächse gab es auch bei den Lastwägen - und zwar in allen drei Gesamtgewichtsklassen: ein Plus von 9,4 Prozent bei Lkw N1, von 21,8 Prozent bei N2 und von 8,1 Prozent bei N3. Deutlich weniger Neuzulassungen wurden hingegen bei Motorfahrrädern (minus 39,1 Prozent) und bei Motorrädern (minus 18,8 Prozent), aber auch bei land- und forstwirtschaftlichen Zugmaschinen (minus 10,2 Prozent) und bei Sattelzugfahrzeugen (minus 25 Prozent) registriert.
Die meisten Autokäufer entschieden sich heuer im ersten Quartal für die Marke VW - mit einem Anteil von 17,5 Prozent. Dahinter folgten Skoda (7,9 Prozent) und Seat (6,5 Prozent). Die stärksten Zuwächse bei den Neuzulassungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum gab es bei Seat (plus 30,2 Prozent), Skoda (plus 13,8 Prozent) und Renault (plus 5,7 Prozent).
Unter den Pkw-Modellen war der VW-Golf mit einem Marktanteil von 4,2 Prozent am beliebtesten. An zweiter bzw. dritter Stelle rangierte der VW-Polo (2,9 Prozent) bzw. der Tiguan, ebenfalls von VW (2,7 Prozent).
Im Monat März legten die Kfz-Neuzulassungen allerdings den Rückwärtsgang ein - sie gingen gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,8 Prozent zurück; es wurden auch um 3,9 Prozent weniger Autos verkauft als im März 2017.
(APA)