„Die Robotertechnik ist ein Angstgespenst“

Ulrich Spiesshofer.
Ulrich Spiesshofer.(c) REUTERS (MORITZ HAGER)
  • Drucken

ABB ist ein Weltkonzern mit 135.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 34 Mrd. Dollar. Konzernchef Ulrich Spiesshofer spricht über falsche Sorgen um Jobs und warum er in Österreich investiert – trotz Defiziten bei der Ausbildung.

Die Presse: Sie werben für Ihre Software zur Vernetzung von Maschinen in Fabriken mit dem Versprechen: Wenn alle Ihre Kunden sie einsetzten, könnten diese eine Billion Dollar sparen. Beim Sparen geht es vor allem ums Personal. Verstehen Sie die Sorge vieler Menschen um ihre Jobs?

Ulrich Spiesshofer: Man muss Verständnis zeigen, wenn der eine oder andere hier nicht die komplette Information hat. Im Jahr 1990 war ein Drittel der Menschheit unter der extremen Armutsgrenze, heute sind es acht Prozent. Allein China und Indien haben 400 Millionen Menschen aus diesem Bereich herausgeführt. Wie haben sie das gemacht? Indem sie Technologie so eingesetzt haben, dass man damit Produktivität, Wettbewerbsfähigkeit, Qualität schaffen kann – und damit Beschäftigung und Wohlstand. Das zweite Angstgespenst ist die Robotertechnik. Tatsache ist: Die Länder mit der größten Roboterdichte in der Welt – Japan, Südkorea und Deutschland – haben mit die niedrigsten Arbeitslosenraten. Das Zusammenspiel Technik und Mensch, intelligent genützt, kann also dazu führen, dass sich mehr Menschen die Produkte aus modernen Fabriken leisten können. Dann geht die Gesamtnachfrage nach oben und damit auch die Gesamtbeschäftigung, obwohl der Anteil der Technik in der Produktion steigt.

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.