Die Bilanz

Im Untergrund schwelt die Eurokrise weiter

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Erstmals in der Geschichte des Euro erfüllen alle Mitglieder das Maastricht-Defizitkriterium. Aber nur, weil eine starke Konjunktur auf Nullzinsen trifft. Strukturell haben die Euroländer wenig weitergebracht. Das wird sich rächen.

Die gute Nachricht zuerst: Zum ersten Mal in der Geschichte des Euro haben im Vorjahr alle Euroländer gleichzeitig das Defizitkriterium des Maastricht-Vertrags erfüllt: Ihre Neuverschuldung ist auf weniger als drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) abgesunken. Selbst Frankreich und Spanien haben das geschafft, die Iberer allerdings nur mit Hängen und Würgen.

Weniger Neuverschuldung wirkt sich natürlich auch auf die (immer noch viel zu hohen) Staatsschuldenstände aus: Die meisten Euroländer konnten ihre Schuldenstände in Relation zum BIP verringern. Ein paar Länder, darunter Deutschland und (wegen ein paar Sonderfaktoren der Bankenrettung) auch Österreich, konnten ihre Staatsschulden sogar absolut verringern. Es sieht also so aus, als wäre die Eurokrise, die uns fast zehn Jahre in Atem gehalten hat, vorbei. Aber nur, wenn man oberflächlich hinschaut.

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