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Programme abseits des Mainstreams

Ein neues MBA-Programm soll Leistungssportlern helfen, die Anforderungen ihres Trainings mit denen einer höheren Weiterbildung zu vereinen.
Ein neues MBA-Programm soll Leistungssportlern helfen, die Anforderungen ihres Trainings mit denen einer höheren Weiterbildung zu vereinen.(c) imago/blickwinkel (imago stock&people)
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Innovative Programme reagieren auf Megatrends wie Digitalisierung und Start-up-Gründung. Neu in Österreich ist auch ein MBA speziell für Spitzensportler.

Bildungsformate, die auf Leistungssportler zugeschnitten sind, stellen für Anbieter weltweit eine besondere Herausforderung dar. Die FH Burgenland reagiert auf diesen Bedarf mit einem in Österreich neuen MBA-Studium Business Administration & Sport. „Es hat sich gezeigt, dass Athleten weitgehend flexibel und individuell durch ein Studium geleitet werden müssen. Die zeitlichen Anforderungen an Spitzensportler sind extrem hoch. Sie haben Arbeitstage von 6.30 Uhr und noch früher bis meist 21.30 Uhr, wenn dann auch Medientermine, Sponsorentermine und Physiotherapien, Arztbesuche und Regenerationsmaßnahmen abgeschlossen sind. Sie lernen und organisieren ihr Studium in allen nur erdenklichen Pausen und Wartezeiten“, sagt Sabine Pata, Geschäftsführerin der Weiterbildungsgesellschaft Fokus, die das dreisemestrige Programm in Kooperation mit der FH Burgenland umsetzt.

 

Lernen in der Trainingspause

Das Studium, das sich primär an aktive und ehemalige Spitzensportler richtet, wurde erstmals im Herbst 2017 gestartet. Auf die beschriebenen besonderen Anforderungen reagiert es mit einem hohen Fernlehreanteil. „Unser Studienkonzept wurde von Distance- Learning-Experten entwickelt. Wir haben zweimal pro Semester Präsenzphasen und jede Woche virtuelle Live-Vorlesungen. Diese Vorlesungen sind ziemlich interaktiv, die Studierenden stellen viele Fragen, und etwa alle zehn Minuten wird diskutiert. Das ist sehr lebhaft und verbindet alle zu einer Gemeinschaft, motiviert die Studierenden zum Durchhalten“, sagt Pata. Mit Spitzensportlern könne man nur dann erfolgreich zusammenarbeiten, wenn man deren Lebenswelten sehr gut kenne und wisse, wann sie aufnahmefähig seien. Das Studium darauf abzustimmen, bedeute einen hohen organisatorischen Aufwand, wie ihn große Universitäten kaum leisten könnten, meint Pata. „Daher ist der MBA im Fernstudium keine Weiterbildung light, sondern einfach völlig neu organisiert.“ Anfang April nahm der zweite Jahrgang sein Studium auf, darunter 18 Spitzensportler, wie der Beachvolleyballer Clemens Doppler, der Snowboarder Andreas Prommegger oder – nach dem Karriereende – die Schwimmerin Jördis Steinegger.

 

Digital in drei Varianten

An klassische MBA-Klientel wenden sich drei neue MBA-Programme der Limak Austrian Business School, die unterschiedliche Schwerpunkte zum Thema Digitalisierung setzen. In die Neukonzeption dieser Studiengänge flossen die Ergebnisse einer von der Limak kürzlich veröffentlichten Digital-Economy-Studie ein. Alle drei Programme werden zeitversetzt auch als wenige Monate dauernde Universitätslehrgänge (ohne MBA-Abschluss) durchgeführt.

Ende Oktober wird erstmals das MBA-Studium Digital Marketing Strategy and Communcation starten, der entsprechende Universitätslehrgang im Oktober 2019. Hier soll den Teilnehmern ein Überblick über Trends und Möglichkeiten der Digitalisierung im Marketing und der Unternehmenskommunikation geboten werden. „Technologische Neuerungen ermöglichen es, die Kunden immer schneller, gezielter und in unterschiedlicher Weise anzusprechen. Um heutzutage eine gesamtheitliche Marketingstrategie für ein Unternehmen festzulegen, reicht der Wissensstand über klassisches Offline-Marketing nicht mehr aus“, sagt der akademische Leiter des Programms, Robert Breitenecker. Neben der Kompetenz zur Entwicklung einer eigenen Marketingstrategie sollen die Teilnehmer besonderes Know-how in Bereichen wie Performance-Marketing, Content-, Social-Media- und Mobile-Marketing, Website, E-Commerce und rechtliche Rahmenbedingungen erwerben.

Das gerade neu gestartete MBA-Programm Digital Transformation and Change Management (Start des Universitätslehrgangs Anfang Oktober) reagiert auf den steigenden Veränderungsdruck, der sich durch die Digitalisierung ergibt. Der bisherige Change-Management-MBA wurde dafür inhaltlich überarbeitet. Bereits seit Herbst 2017 ist der neue Limak-MBA New Business Development in the Digital Economy im Gang. Auch hier startet der Universitätslehrgang Anfang Oktober.

 

Hult Prize und Start-up-Hub

Ebenfalls seit Herbst 2017 läuft an der privaten Modul University Vienna ein neues, englischsprachiges MBA-Studium Major in Entrepreneurship, Innovation and Leadership. Der Anteil internationaler Studierender beträgt hier 70 Prozent, darunter eine große Anzahl von Unternehmern und Gründern. Die Privatuniversität nimmt an internationalen Ideen-Wettbewerben wie dem als Nobelpreis der Studierenden bezeichneten Hult Prize teil.

Demnächst wird die Modul University einen Start-up-Hub mit dem ersten Start-up-Fair am 17. April eröffnen. Auch in dem neuen MBA seien zahlreiche Start-up-Gründer vertreten, sagt dessen Leiter, Dimitris Christopoulos. „Das Programm wurde konzipiert, um die Schlüsselfaktoren des Start-up-Erfolgs zusammenzubringen: unternehmerisches Denken, innovative Lösungen und Team-Leadership.“ Als „Major“ wird ein Programm mit Spezialisierungsmöglichkeit bezeichnet. Wer auf die Spezialisierungskurse verzichtet, schließt mit einem Diplom in General Management ab.

Web:www.fh-burgenland.at

 

www.limak.at,www.modul.ac.at

AUF EINEN BLICK

Mit Spezialisierung in Inhalt oder Organisationsform wollen MBA-Anbieter neue Zielgruppen erschließen. So etwa ein neu ins Leben gerufener MBA für Leistungssportler an der FH Burgenland, der an deren Bedürfnisse angepasst ist. Weitere Beispiele sind MBA zu diversen Aspekten der Digitalisierung an der Limak oder MBA mit Start-up-Fokus an der Modul-Privatuniversität.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.04.2018)