Erstes Gold für Österreich: Linger-Brüder wiederholen Olympiasieg

CANADA VANCOUVER 2010 OLYMPIC GAMES
CANADA VANCOUVER 2010 OLYMPIC GAMES(c) EPA (Arne Dedert)
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Nach je zweimal Silber und Bronze gibt es das erste Gold für Österreich: Wie 2006 in Turin gewinnen die Tiroler Rodler Andreas und Wolfgang Linger Olympia-Gold im Doppelsitzer.

Andreas und Wolfgang Linger ist am Mittwoch im Eiskanal von Whistler der Favoritensieg gelungen. Das Brüderpaar aus Tirol holte wie schon vor vier Jahren Olympia-Gold im Doppelsitzer und hat damit ein Kunststück geschafft, das in Österreichs Wintersport bei Olympia bisher nur Eiskunstläufer Karl Schäfer (1932 und 1936) gelungen war: Die Wiederholung des Olympiasiegs war nach den Trainingsleistungen der Absamer keine große Überraschung, doch die Freude darüber war deshalb nicht geringer.

Vor den Augen von Gregor Schlierenzauer, der beim  Bewerb im Whistler Sliding Center als Zuschauer dabei war, gingen die Lingers im ersten Lauf mit 41,332 Sekunden oder 0,088 Sekunden Vorsprung auf die wie erwartet schärfsten Herausforderer Andris und Juris Sics aus Lettland in den zweiten Heat.



Linger/Linger beendeten erst als 20. und letztes Paar die Olympischen Rodelbewerbe 2010. In 41,373 Sekunden bauten sie ihren Vorsprung auf Sics/Sics noch auf 264 hundertstel Sekunden aus, Bronze ging an die Deutschen Patric Leitner/Alexander Resch, die sich noch vom fünften auf den dritten Rang verbesserten.

Doch die Schlagzeilen gehörten an diesem Tag einmal mehr den Lingers: "Ich habe beim Bremsen schon alles so rausgeschrien, dass ich jetzt keine Stimme mehr habe. Dass wir das als Titelverteidiger so durchgezogen haben, das ist gewaltig. Das werden wir jetzt auf uns wirken lassen", freute sich Vordermann Andreas Linger.

"Jetzt sind wir einmal froh, dass alles so gut gegangen ist. Wir dürfen aber nicht vergessen, was die Woche schon passiert ist und dass wir uns vor ein paar Tagen überlegt haben, dass etwas anderes wichtiger ist als Hundertstel und Tausendstel", erinnerte der Tiroler an den tragischen Tod des georgischen Rodlers Nodar Kumaritaschwili vor knapp einer Woche.

Schiegl/Schiegl nur Achte

Ihre Chancen auf ihr erstes Edelmetall bei ihren fünften Spielen verspielt hatten Tobias und Markus Schiegl bereits im ersten Lauf nach einer Schrecksekunde. Die Tiroler, die 1998 und 2006 jeweils nur "Blech gewonnen" hatten und 2002 Sechste waren, gerieten vor der Zielkurve durch einen Fahrfehler von der Ideallinie ab und krachten - ähnlich wie beim tödlichen Unfall von Kumaritaschwili - mit voller Wucht gegen die Seitenbegrenzung. Dadurch reichte es im ersten Heat nur zu Rang acht, den sie auch am Ende behielten.

"Wir haben einen Fahrfehler gemacht. Wir sind ganz rechts reingefahren, statt links. Ein total dummer Fehler war das", meinte Tobias Schiegl. "Wir haben uns schon mehr erwartet. Nach dem Fehler im ersten Lauf waren wir ein bisschen verunsichert, haben nicht unser ganzes Potenzial ausspielen können. Wir haben uns die ganze Woche schon ein bisschen schwer getan", erläuterte Markus.

Erfolgreiche Rodler

Für Österreichs Rodel-Team gab es mit Gold durch die Lingers und Silber durch Nina Reithmayer eines der besten Ergebnisse der Olympiageschichte. Das bisher beste Resultat stammt aus dem Jahr 1992, als es in Albertville einmal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze gegeben hatte.

Endstand Rodeln Doppelsitzer

1. Andreas und Wolfgang Linger (AUT) 1:22,705 Minuten
2. Andris und Juris Sics (LAT) +0,264 Sekunden
3. Patric Leitner/Alexander Resch (GER) 0,335
4. Christian Oberstolz/Patrick Gruber (ITA) 0,407
5. Andre Florschütz/Torsten Wustlich (GER) 0,485
6. Christian Niccum/Dan Joye (USA) 0,586
7. Chris Moffat/Mike Moffat (CAN) 0,693
8. Tobias und Markus Schiegl (AUT) 0,823
9. Gerhard Plankensteiner/Oswald Haselrieder (ITA) 0,944
10. Wladislaw Juschakow/Wladimir Matschnutin (RUS) 1,041

(APA)

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