Linger/Linger rasen zu Gold
''Nicht vergessen, was schon passiert ist''
Andreas und Wolfgang Linger ist am Mittwoch im Whistler Sliding Centre der Favoritensieg gelungen. Das Brüderpaar aus Tirol holte wie schon vor vier Jahren Olympia-Gold im Doppelsitzer und hat damit ein Kunststück geschafft, dass in Österreichs Wintersport bei Olympia bisher nur Eiskunstläufer Karl Schäfer (1932 und 1936) gelungen war: Die Wiederholung des Olympiasiegs.
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Nach den Trainingsleistungen der Absamer war der Sieg keine große Überraschung, doch die Freude darüber war deshalb nicht geringer.
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Vor den Augen von Gregor Schlierenzauer, der sich den Bewerb am Eiskanal angesehen hat, rasten die Lingers im ersten Lauf in 41,332 Sekunden den Eiskanal hinunter und gingen mit 0,088 Sekunden Vorsprung auf die wie erwartet schärfsten Herausforderer, ...
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... die Letten Andris und Juris Sics, ebenfalls Brüder, in den zweiten Heat. In diesem mussten die Fans lange warten, denn die Startreihenfolge wurde umgedreht.
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Linger/Linger beendeten erst als 20. und letztes Paar die Olympischen Rodelbewerbe 2010. In 41,373 bauten sie ihren Vorsprung auf Sics/Sics noch auf 0,264 Sekunden aus.
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Bronze ging an die Deutschen Patric Leitner/Alexander Resch, die sich noch vom fünften auf den dritten Rang verbesserten.
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Doch die Schlagzeilen gehörten an diesem Tag einmal mehr den Lingers: "Ich habe beim Bremsen schon alles so rausgeschrien, dass ich jetzt keine Stimme mehr habe. Dass wir das als Titelverteidiger so durchgezogen haben, das ist gewaltig. Das werden wir jetzt auf uns wirken lassen", freute sich Vordermann Andreas Linger.
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"Jetzt sind wir einmal froh, dass alles so gut gegangen ist. Wir dürfen aber nicht vergessen, was die Woche schon passiert ist und dass wir uns vor ein paar Tagen überlegt haben, dass etwas anderes wichtiger ist als Hundertstel und Tausendstel", erinnerte der Tiroler an den tragischen Tod des georgischen Rodlers Nodar Kumaritaschwili vor knapp einer Woche.
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Ihre Chancen auf ihr erstes Edelmetall bei ihren fünften Spielen verspielt hatten Tobias und Markus Schiegl bereits im ersten Lauf nach einer Schrecksekunde. Die Tiroler gerieten vor der Zielkurve durch einen Fahrfehler von der Ideallinie ab und krachten mit voller Wucht gegen die Seitenbegrenzung. Dadurch reichte es im ersten Heat nur zu Rang acht, den sie auch am Ende behielten.
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"Wir haben einen Fahrfehler gemacht. Wir sind ganz rechts reingefahren, statt links. Ein total dummer Fehler war das", meinte Tobias Schiegl. "Wir haben uns schon mehr erwartet. Nach dem Fehler im ersten Lauf waren wir ein bisschen verunsichert, haben nicht unser ganzes Potenzial ausspielen können. Wir haben uns die ganze Woche schon ein bisschen schwer getan", erläuterte Markus.
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