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"Skandal": EU-Diplomatendienst ohne deutsche Sprache?

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Im Auswärtigen Dienst der EU soll nur Englisch und Französisch gesprochen werden. Deutschland will das nicht akzeptieren. Auch FP-Abgeordneter Mölzer fordert zum "Kampf gegen Diskriminierung" auf.

Dass im künftigen Auswärtigen Dienst der EU (EAD) nur Englisch und Französisch gesprochen werden soll, sorgt für Unmut. Für Andreas Mölzer, den FP-Delegationleiter im Europaparlament, ist es ein "Skandal ersten Ranges", dass der EAD Deutsch nicht als Arbeitssprache vorsehe. Deutschland will das nicht akzeptieren. Auch Österreich habe den "Kampf für ein Ende der Diskriminierung der deutschen Sprache in der EU" zu führen, fordert FP-Abgeordneter Mölzer.

Der Plan, der deutschen Sprache den Status einer Arbeitssprache im Europäischen Auswärtigen Dienst zu verweigern, sei "ein Schlag ins Gesicht von fast einhundert Millionen EU-Bürgern". Deutsch sei die in der EU am häufigsten gesprochene Muttersprache. "Der deutschen Sprache muss in der Europäischen Union endlich jener Stellenwert eingeräumt werden, der ihr zusteht", so Mölzer.

Aus dem Außenministerium heißt es, Österreich vertrete die Meinung, dass der Status Quo beibehalten werden soll. Deutsch als Arbeitssprache solle nicht aus den EU-Gremien verdrängt werden, so eine Sprecherin im Gespräch mit DiePresse.com. Der Europäische Auswärtige Dienst wird derzeit unter der neuen EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton neu aufgebaut. Konkreten Zeitpunkt für Verhandlungen über die Arbeitssprachen des Diensts gibt es noch keinen.

Westerwelle will für Deutsch kämpfen

Deutschlands Außenminister Guido Westerwelle (FDP) bezeichnete eine "angemessene Rolle" der deutschen Sprache beim EAD als "zentrales Anliegen der Bundesregierung". Im Gespräch mit Auslandskorrespondenten in Berlin bekräftigte Westerwelle diese Absicht und stellte einen Zusammenhang zu seiner ersten Pressekonferenz als Außenminister her, für die er stark kritisiert worden war. Damals hatte er einem britischen Journalisten nicht auf Englisch antworten wollen mit dem ausdrücklichen Hinweis, in Deutschland werde deutsch gesprochen.

(Ag./beba)