Crawford: „Mich beeindrucken vor allem Eiskunstläufer“

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Fotomodell Cindy Crawford über Gold, Leichtigkeit, Familie und den Faktor Zeit, der für sie Luxus ist. "Dieser Beruf ist mitunter auch wirklich anstrengend, aber nicht körperlich. Nein, das ist kein Vergleich."

Die Presse: Frau Crawford, Sie sind hier bei den Winterspielen. Wie viele Goldmedaillen haben Sie in Ihrem Leben gewonnen?

Cindy Crawford: Meine erste Goldmedaille war mein erstes Titelcover. Und meine zweite war, als ich meinen ersten Vertrag unterschrieben habe.

Somit sind Sie also zweifache Goldmedaillengewinnerin...

Crawford: Ja, und noch dazu in zwei verschiedenen Disziplinen.

Mit welcher Sportart würden Sie Ihren Job als Fotomodell vergleichen?

Crawford: Mit keiner. Die Athleten hier arbeiten viel härter als ich. Mich beeindrucken vor allem die Eiskunstläufer. Das ist so schwer und anstrengend, und trotzdem wird es mit einer Leichtigkeit präsentiert.


Also gibt es doch Parallelen zum Job des Fotomodells?

Crawford: Dieser Beruf ist mitunter auch wirklich anstrengend, aber nicht körperlich. Nein, das ist kein Vergleich. Wirklich anstrengend war in meinem Leben, zwei Kinder zu bekommen und sie großzuziehen.

Sind Ihre Kinder auch hier in Vancouver?

Crawford: Ja, ich bin mit meiner Familie hier, wir waren beim Eisschnelllauf. Wir wollen auch zu einigen Skirennen. Und meine Tochter will unbedingt einen Eiskunstlaufbewerb sehen. Wir machen Urlaub.

Und zwischendurch sorgen Sie in Vancouvers Innenstadt für einen Verkehrsinfarkt und einen Massenauflauf. Wie erklären Sie sich diese Popularität?

Crawford: Ich kann es mir nicht erklären und wundere mich manchmal selber darüber. Aber natürlich freut es mich.

Es sind ja nicht Ihre ersten Olympischen Spiele ...

Crawford: Ich war mit meiner Familie auf Einladung von Omega auch in Peking. Mir ist es wichtig, dass meine Kinder die Welt außerhalb der USA kennenlernen, andere Sprachen und andere Kulturen. Und sie sollen auch sehen, dass das Leben nicht überall so angenehm ist wie in den USA.

Sie machen Werbung für eine Schweizer Uhr und lieben Eiskunstlauf, eine der wenigen Disziplinen hier, bei denen es nicht gegen die Zeit geht...

Crawford:...tatsächlich. So habe ich das noch nicht betrachtet. Aber die müssen doch auch ein Zeitlimit einhalten, oder?

Das schon, aber das ist für alle gleich. Weil wir gerade von Zeitlimit sprechen: Was ist Zeit für Sie: ein Freund oder Feind?

Crawford: Weder noch. Je älter ich werde, umso mehr trachte ich danach, meine Zeit nicht zu verschwenden, sie sinnvoll zu verbringen. Zeit ist für mich ein Luxus.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.02.2010)

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