Ein Bericht enthüllt einen angeblichen Bestechungs-Skandal rund um den österreichischen Hersteller Steyr-Daimler-Puch. Die betroffenen Manager behaupten, sich mit den Journalisten bloß einen Scherz erlaubt zu haben.
Die Berichte der tschechischen Zeitung „Mlada fronta Dnes“ über mögliche Bestechung rund um den Kauf Tschechiens von 107 Pandur Radpanzern der österreichischen Firma Steyr-Daimler-Puch Spezialfahrzeuge sorgen immer stärker für Verwirrung. Am Donnerstag veröffentlichte „MfD“ ein mit versteckter Kamera aufgenommenes Gespräch mit zwei ehemaligen Steyr-Managern. Aus dem Gespräch geht hervor, dass mehrere tschechische Politiker im Rahmen des Panzer-Ankaufs mit etwa drei Prozent der Auftragssumme von 14 Mrd. Kronen (538 Mio. Euro) geschmiert worden seien.
Nach der Veröffentlichung des Berichts meldeten sich jedoch die Manager und erklärten, sie hätten sich mit dem Journalisten – der sich als Investmentbanker ausgab – einen Scherz erlaubt. Sie hätten bereits vorher von seinen Recherchen gewusst und im Gespräch auch Namen von damals gar nicht aktiven Politikern genannt. „MfD“ erklärte daraufhin, dass die Reaktionen der beiden, als sie mit den Mitschnitten konfrontiert wurden, nicht auf einen Scherz hindeuteten.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.02.2010)